Klassik  Kammermusik Instrumental
Apollon Musagète Quartett Haydn - Brahms - Szymanowski - Shchedrin OC 749 CD
2 Stück sofort lieferbar. Lieferung bis Freitag, 21. Dezember 2018 Preis: 12,99 EURO

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FormatAudio CD
BestellnummerOC 749
Barcode4260034867499
LabelOehmsClassics
Erschienen am07.04.2010
Verkaufsrang11985
Mitwirkende/rMusiker Komponist/en
  • Brahms, Johannes
  • Haydn, Joseph
  • Shchedrin, Rodion
  • Szymanowski, Karol

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      OehmsClassics debut: Apollon Musagéte Quartett
      Joseph Haydn: Streichquartett D-Dur op. 71/2
      Johannes Brahms: Streichquartett a-Moll op. 51/2
      Karol Szymanowski: Streichquartett Nr. 1 C-Dur op. 37
      Rodion Shchedrin: Lyrische Szenen für Streichquartett
      Apollon Musagéte Quartett


      Vier junge polnische Musiker formen das Apollon Musagète Quartett. Nach Abschluss ihrer solistischen Studien und am Beginn Ihrer Tätigkeiten als Solisten und in führenden Orchesterpositionen entschlossen sie sich zu einer gemeinsamen Zukunft als Quartettformation. Das Apollon Musagète Quartett wurde 2006 in Wien gegründet. Bereits zwei Jahre später gewann es den ersten Preis im Internationalen Musikwettbewerb der ARD in München. Seitdem geht seine Karriere steil bergauf. Mittlerweile hatte das Quartett bereits Debüts in einigen der bedeutendsten Säle wie Münchner Herkulessaal, Berliner Philharmonie und Londoner Wigmore Hall. Gebucht ist das Quartett in der laufenden Saison bereits für die Dresdner Philharmonie, Fruchthalle Kaiserslautern, Schwetzinger Festspiele, Schleswig-Holstein Musik Junges Streichquartett erobert die großen Bühnen Festival u.a. Philharmonie Köln, Laeiszhalle Hamburg, Concertgebouw Amsterdam stehen für 2011 auf dem Tourplan. Die Debüt-CD des Apollon Musagète Quartetts zeigt die verschiedene Aspekte seiner Arbeit: Wiener Klassik in einer zeitgemäßen Interpretation, das große romantische Repertoire sowie Werke polnischer Komponisten. Außerdem zu hören: Das Auftragswerk für Streichquartett beim ARD-Musikwettbwerb 2008, die „Lyrischen Szenen“ von Rodion Shchedrin, für deren Interpretation das AMQ zusätzlich zum Gesamtsieg einen Sonderpreis errang.

      „Unter den Quartetten der jungen Generation die ich kenne, halte ich das Apollon Musagéte Quartett für das beste. Ich sage dem Quartett eine große Karriere voraus!“
      Günther Pichler, Alban Berg Quartett

      Mehrdimensional
      Das Apollon Musagète Quartett im Porträt

      Unerwartet kam der Erfolg zwar nicht; dass sie aber derart abräumen würden, war dann doch eine kleine Sensation. Denn nicht nur landeten sie auf den ersten Platz, sondern heimsten zugleich fast sämtliche Sonderpreise ein. Das war 2008 beim 57. Internationalen Musikwettbewerb der ARD in München, als unter anderem im Fach Streichquartett gewetteifert wurde. Zu diesem Zeitpunkt war das Apollon Musagète Quartett gerade einmal zwei Jahre alt.

      Es war 2006, als Pawel Załejski und Bartosz Zachłod (Violine) sowie Piotr Szumieł (Viola) und Piotr Skweres (Cello) in Wien gemeinsam ein Streichquartett gründeten. Apollon musagète – so heißt ein Ballett von Igor Strawinsky in zwei Bildern, das 1927/28 entstanden ist und in der Choreografie von George Balanchine am Pariser Théâtre Sarah- Bernardt berühmt wurde. In ihm tanzt Apollon, Gott der Musik, mit den drei Musen Kalliope (Poesie), Polyhymnia (Hymnendichtung) und Terpsichore (Tanz) und führt sie zum Parnass-Gebirge.

      „Das Apollinische soll verwirklicht werden“, formulieren die vier Musiker aus Polen in einem Gespräch mit der Kammermusik- Zeitschrift Ensemble (Ausgabe 1/2010) ihr Ziel: „Dass alle Künste zusammenkommen. Wir wollen mehrdimensional denken. Wir wollen gestalten, schauspielerisch, klanglich, von allen Seiten betrachtet.“ Dabei meint das Mehrdimensionale durchaus auch die Interpretation, die für sie stets und unbedingt das Ergebnis einer gemeinschaftlichen Befragung und eines gleichberechtigten Diskurses ist. Ihre großen Lehrmeister waren die Mitglieder des Alban Berg Quartetts, schon kurz nach der Gründung wurde die junge Formation in die renommierte European Chamber Music Academy (ECMA) aufgenommen.

      „Der Vorteil bei der ECMA im Gegensatz zu anderen Einrichtungen ist, dass sie einem viele Ansichten und unterschiedliche Zugänge zu den Werken eröffnet.“ Aber: „Wenn man so viele Meinungen erhält, ist man gezwungen, sich zu entscheiden. Und das hat uns geholfen – uns zu entscheiden, was genau zu uns und zu unserer Spielweise passt.“ Bevor jedoch die Entscheidung fällt, wird intensiv studiert. „Streichquartett ist ein Fulltime-Job“, bekennen sie. „Man macht das von morgens bis abends. Natürlich gehört dazu, dass man die Aufführungspraxis und die Tradition kennt. Zuerst analysieren wir die Partitur, erst jeder für sich, dann besprechen wir das gemeinsam.“

      Es ist also ein Prozess, der zum Gemeinsamen führt, und das Ergebnis selbst kann sich wandeln. Deshalb erstaunt auf dem CDDebüt des Apollon Musagète Quartetts nicht zuletzt die Gestaltung des Streichquartetts D‑Dur Hob.III:70, op. 71/2 von Joseph Haydn. Wer die vier 2008 beim Semifinale des ARDMusikwettbewerbs mit Mozarts „Dissonanzen- Quartett“ erlebte, dem wird hier die vibratobewusst schlanke, fast schon federnd leichte Artikulation ihrer Haydn-Interpretation auffallen: In der Zwischenzeit hat sich ihre Sicht auf die Wiener Klassik verändert, und auch ihre Interpretation des Streichquartetts a-Moll op. 51/2 von Johannes Brahms besticht durch weit atmenden, luziden Lyrismus, der den Romantiker eher als Klassiker begreift.

      Ein wesentlicher Aspekt ihres künstlerischen und programmatischen Profils ist zudem die Ergründung und Pflege von allgemein weniger bekannter Musik aus ihrer Heimat Polen: „Das ist einer unserer Punkte, die wir verwirklichen wollen“, betonen sie. Für ihre erste CD haben sie das Streichquartett Nr. 1 C-Dur op. 37 von Karol Szymanowski ausgesucht. Das Werk ist im Sommer 1917 entstanden und verrät Einflüsse des französischen Impressionismus, des ekstatischen Lyrismus eines Alexander Skrjabin sowie von Richard Strauss. Scharfe Dissonanzen, die – wie Szymanowski schreibt – als „unberechenbare Exaltationen der Psyche“ ein „erotisches Klima“ hervorriefen, führen in das „fühlbare Material des Klangs“.

      Mit den Lyrischen Szenen für Streichquartett von Rodion Schtschedrin wurde schließlich eine Ersteinspielung realisiert. Das 2006 komponierte Werk war beim 57. ARDMusikwettbewerb Pflichtstück für alle teilnehmenden Ensembles. Die Uraufführung fand am 11. September 2008 im Rahmen des Quartett-Semifinales im Münchner Prinzregententheater statt, und für seine Interpretation wurde das Apollon Musagète Quartett mit einem Sonderpreis gewürdigt. Schon der Titel verrät, dass der russische Komponist mit diesem Werk die musikalische Moderne des 20. Jahrhunderts reflektiert.

      So hatte Alban Berg 1925/26 eine Lyrische Suite für Streichquartett komponiert, die sich seinerseits auf die 1922/23 entstandene Lyrische Sinfonie von Alexander von Zemlinsky bezieht. Schtschedrins Lyrische Szenen sind durch Buchstaben in achtzehn Abschnitten unterteilt und weisen neun konkrete Bezeichnungen von Zeitmaß und Charakter auf. Die Szenen sind nicht strikt voneinander getrennt, sondern gehen überwiegend fließend ineinander über. Zahlreiche knifflige Doppelgriffe, 32tel-Passagen im Unisono, bisweilen geräuschhafte Spielweisen oder Rückzüge bis in den gehauchten, mehrfachen Pianissimo-Bereich, die alle äußerst virtuos eingesetzt werden, machen das Werk zu einer spieltechnischen und interpretatorischen Herausforderung.

      Mit dieser Uraufführung begann seinerzeit für das Apollon Musagète Quartett die Beschäftigung mit aktueller zeitgenössischer Musik, was künftig fortgesetzt werden soll. Zudem engagieren sich die vier Musiker in der kammermusikalischen Ausbildung: In Goslar laden sie alljährlich Mitte August zu einem Meisterkurs mit Vollstipendien für jeweils vier bedürftige, konzertbreite Quartettformationen. Dieser Kurs soll nun zu einem Apollon Musagète Quartett-Festival ausgebaut werden; „natürlich auch nach unserer Idee von Apollon Musagète“, verraten sie – „mit Sprechern bei den Konzerten und anderen Aspekten“. Man darf gespannt sein, was sich dieses Quartett noch so alles einfallen lässt.

      Florian Olters


      Die direkten Zitate wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von:
      Carsten Dürer: Erfolgsrezept: Ideenreichtum & Konsequenz. Apollon Musagete Quartett, in: Ensemble, 1/2010, S. 10–15.

      www.ensemble-magazin.de

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      CD 1
      • Joseph Haydn
        String Quartet in D major, Hob.III:70, op. 71/2
        • 1.Adagio – Allegro06:05
        • 2.Adagio cantabile05:17
        • 3.Menuetto. Allegro01:54
        • 4.Finale. Allegretto03:48
      • Johannes Brahms
        String Quartet in A minor, op. 51 No. 2
        • 5.Allegro non troppo09:44
        • 6.Andante moderato09:30
        • 7.Quasi Minuetto. Moderato04:58
        • 8.Finale. Allegro non assai07:03
      • Karol Szymanowski
        String Quartet No. 1 in C major, op. 37
        • 9.Lento assai – Allegro moderato07:06
        • 10.Andantino semplice (In modo d’una canzone)06:12
        • 11.Vivace. Scherzando alla Burlesca04:04
      • Rodion Shchedrin
        • 12.Lyrische Szenen für Streichquartett
          Lyric Scenes for String Quartet
          09:06
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