Klassik  Operette
Seefestspiele Mörbisch Franz Lehár: Der Graf von Luxemburg OC 570 CD
2 Stück sofort lieferbar. Lieferung bis Samstag, 6. Juni 2015 Preis 12,98 EURO

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FormatAudio CD
BestellnummerOC 570
Barcode4260034865709
LabelOehmsClassics
Erschienen am02.06.2006
Verkaufsrang7676
Mitwirkende/rKomponist/en
  • Franz Lehár

Beschreibungweniger

Festival Orchestra Mörbisch · Mörbisch Festival Choir · Rudolf Bibl, conductor Michael Suttner · Alfred Sramek · Marika Lichter · Marko Kathol · Ruth Ohlmann Ana-Maria Labin · Stephan Paryla · Franz Leitner · Johannes Beck

Im nächsten Jahr feiern die Seefestspiele Mörbisch ihr 50. Jubiläum – das große Operettenfestival im Burgenland ist längst zu einer der bedeutendsten Institutionen für Operettenliebhaber geworden. Dieses Jahr steht Franz Lehárs „Graf von Luxemburg“ auf dem Programm. Die Operette wurde im Theater an der Wien uraufgeführt und begann nach über 300 Vorstellungen en suite ihren Siegeslauf um die Welt. Melodien wie die Walzer „Lieber Freund, man greift nicht nach den Sternen“ und „Bist Du’s, lachendes Glück“ oder das Lied vom „Mädel klein, Mädel fein” wurden zu Evergreens der klassischen Operette. Wie jedes Jahr veröffentlicht OehmsClassics wieder die aktuelle Produktion als Studioeinspielung mit der Originalbesetzung.


Unaufhaltsames Aneinander-Heransingen

War Lehár auf Drogen?“ Diese – ernstgemeinte – Frage heutiger Musikstudenten an ihren Dirigierprofessor, einen bekennenden Operetten-Fan, ist bezeichnend. Sind uns die feinen Valeurs des menschlichen Daseins, auf denen der musikalische Ideenreichtum Franz Lehárs beruht, ästhetisch so fremd geworden?!

Dabei macht weniger der Zauber einer Bühnen- Traumwelt den Reiz des zunehmend opernhaft- tragischen Lehár-OEuvres aus als vielmehr die stets beigemischte Prise weiser Erkenntnis über Menschliches, Allzumenschliches. Scheinbares „Weltfluchtbedürfnis“ entpuppt sich häufig als genau beobachtete Verhaltensstudie. Drogen brauchte der Komponist hierzu jedenfalls nicht ...

In Der Graf von Luxemburg ist das Strukturelement der Vorbestimmung auf die Spitze getrieben: Zwei, die nicht wissen, dass sie miteinander verheiratet sind, lernen einander kennen und verlieben sich auf den ersten Blick. Wie kann das sein? Die Eheschließung, ein Vierteljahr zuvor, fand anonym in einem Maleratelier statt und nur pro forma. Getrennt durch eine Staffelei gab sich das Brautpaar das Jawort und ging dann blicklos auseinander.

Wir befinden uns in Paris um das Jahr 1900. Hauptfiguren sind zum einen die Opernsängerin Angèle Didier, die einen Adelstitel benötigt, damit ihr Gönner, der alte russische Fürst Basil Basilowitsch, sie standesgemäß ehelichen kann, zum anderen der lebenslustige René Graf von Luxemburg, der unter ständiger



Geldknappheit leidet. Mit 500.000 Francs kann ihn der Fürst locken, für drei Monate den legalen, aber unerkannten Gatten abzugeben, der sich seiner Frau keinesfalls nähern darf.

Doch das Schicksal will es, dass René Angèle bei ihrer letzten Vorstellung sieht und sich sofort in sie verliebt. Ohne zu wissen, wer sie ist, umwirbt er sie und lässt ihr Herz höher schlagen. Sobald sie einander jedoch identifizieren, ist die beiderseitige Entrüstung über die ehrenrührige Geldheirat groß. Nichtsdestoweniger sind Liebe und Leidenschaft stärker als die Vernunft. Laut Vertrag mit Fürst Basil müssen sie sich aber trennen. Was nun?

An dieser Stelle erscheint Gräfin Stasa Kokozow auf der Bildfläche. Sie steht Basil nicht nur altersmäßig nahe, sondern hat von ihm auch ein Eheversprechen, und der Zar wünscht, dass der Fürst es einhält. Mit keineswegs altersschwachem Hieb durchschlägt sie den schier unentwirrbaren dramatischen Knoten: Auf der Suche nach Angèle landet Basil in den Armen seiner unersehnten Verlobten.

René erhält nicht nur sein Ehrenwort zurück, er erfährt auch, dass die Beschlagnahmung seiner Güter aufgehoben wurde. So kann er die 500.000 Francs zurückzahlen. Und noch ein drittes Paar tänzelt schließlich, nach allerlei Umwegen, auf die Ehe zu: mit seinem Modell Juliette der Maler Armand, der vorher bei der anonymen Verheiratung die trennende Leinwand zur Verfügung gestellt hatte und der bislang keinerlei Gelüst auf irgendwelche Hochzeiten verspürte – weder auf echte noch auf solche zum Schein.

Bei der Uraufführung am 12. November 1909 im Theater an der Wien wurde Der Graf von Luxemburg mit stürmischem Beifall aufgenommen und begann nach über 300 Vorstellungen en suite seinen Siegeszug um die Welt. Das Libretto von Alfred Maria Willner, Robert Bodanzky und Leo Stein bot eine ideale Grundlage für Lehárs Komponierlust: Paris als klangliche Kulisse, Karneval, rauschende Feste, Bohèmemilieu und viel Liebessehnsucht.

Wenn man hört, dass Lehár die Operette in nur drei Wochen fertiggestellt und dann – wenngleich nicht öffentlich – mit den Worten „Eine schlampige Arbeit, gar nichts dran!“ halbwegs abgetan hat, so muss man sich doppelt wundern, was ihm hier trotzdem, gleichsam „am Rande“ geglückt ist. Denn das Ergebnis war eine effektvolle Partitur, schillernd zwischen lyrischen und stürmischen Musiknummern sowie hinreißenden Ensembleszenen, deren Wirksamkeit bis heute ungebrochen ist.

Immerhin steht das Werk, was Gedankenreichtum, originelle Prägnanz der Einfälle, dramatische Charakterisierungskunst und aparte Haltung des harmonischen und instrumentalen Kolorits anlangt, ebenbürtig neben der vier Jahre älteren Lustigen Witwe. Dass schon das Uraufführungspublikum den Grafen von Luxemburg als eine Art Fortsetzung von Lehárs bislang berühmtester Operette empfunden hat, liegt nahe. Thematisch verbindet beide Stücke die Kollision von viel Geld und zweifelhaftem Ehebund, musikalisch die Kollision von Pariser Tonfall und slawischen Gegenklängen.

Wie Lehár den musikalischen Faden der Lustigen Witwe nicht nur aufnimmt, sondern auch andersartig fortspinnt, prägt sich besonders markant in den Tanzrhythmen aus – namentlich im Walzer. Die Valse moderato von „Lippen schweigen“ war dort die Ausnahme. Hier nun wird sie zur Regel im musikalischen Herzensverkehr zwischen Angèle und René, die durch Masken und Pseudonyme, durch Verstellungen und Berechnungen hindurch sich unaufhaltsam aneinander heransingen.

Richard Eckstein

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CD 1
  • Franz Lehár (1870–1948) Der Graf von Luxemburg
    • 1.Introduktion: Karneval! Ja du allerschönste Zeit02:06
    • 2.Volk von Paris03:29
    • 3.Der Teufel hol den Karneval00:44
    • 4.Bohème – Duett: Ein Stübchen so klein03:40
    • 5.Chanson: Ich leb gerne an der Seine04:51
    • 6.Lied René: In all meinen Träumen02:44
    • 7.Lied: Ich bin verliebt02:34
    • 8.Quintett: Ein Scheck auf die englische Bank02:26
    • 9.Entrée: Heut noch wird ich Ehefrau03:21
    • 10.Finale I: Frau Gräfin, Sie erlauben02:51
    • 11.Bedaure gar sehr02:49
    • 12.Also, jetzt bin ich05:03
    • 13.ntroduktion und Lied: Hoch, Evoe, Angèle Didier
      Ich danke, meine Herren…
      05:03
    • 14.Duett: Sind Sie von Sinnen, Herr Baron06:39
    • 15.Duett: Schau´n Sie freundlichst mich an02:41
    • 16.Terzett: Ach, sehn Sie doch, er ist ganz blass04:59
    • 17.Trèfle incarnat: Der Handschuh, wie pikant03:33
    • 18.Polkatänzer: Ein Löwe war ich im Salon.02:49
    • 19.Finale II: Angèle, deren Liebe und Treu07:09
    • 20.Couplet „Ich will die Liebe genießen“ Ich komm als süße Braut02:20
    • 21.Marsch – Terzett: Packt die Liebe einen02:03
    • 22.Duett: Es duftet nach Trèfle incarnat02:31
    • 23.Finaletto III: Bist du’s lachendes Glück.02:18
  • Total:01:18:43