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Valery Afanassiev
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 Valery Afanassiev
Klavier · Piano
Valery Afanassiev wurde am 8. September 1947 in Moskau geboren. Er
studierte am Moskauer Konservatorium bei Jacob Zac und Emil Gilels.
1968 wurde er beim Bach - Wettbewerb in Leipzig und 1972 beim
Concours Reine Elisabeth, Brüssel, mit dem 1. Preis ausgezeichnet.
1974 verlegte der Künstler seinen Wohnsitz nach Versailles /
Frankreich. Seit dieser Zeit hat er in allen Ländern Europas sowie in
den USA und in Japan konzertiert.
Valery Afanassiev schreibt die Begleittexte zu seinen
Aufnahmen grundsätzlich selbst. Sein Ziel ist es, dem Hörer ein
umfassendes Bild von seiner Einsicht in die Gedanken des Komponisten
zu geben - eine Führung durch sein alchemistisches Laboratorium, in
dem Dichtung, Philosophie, Malerei, die Kabbala und guter Wein,
genauso wie der Notentext als Referenz genannt werden können.
Valery Afanassiev hat unter einem Pseudonym neun Romane
geschrieben, sieben davon auf Englisch, zwei in französischer
Sprache. Vier Romane wurden in Frankreich veröffentlicht, einer in
Deutschland, zwei in Russland. Ebenfalls hat er fünf Gedichtzyklen
verfaßt, einen Band mit Erzählungen, eine Kurzgeschichtensammlung
sowie zwei Theaterstücke, inspiriert von Bilder einer Ausstellung und
Kreisleriana. In beiden tritt er als Pianist und Schauspieler auf (in
vier Sprachen).
Seit einigen Jahren ist Valery Afanassiev ebenfalls als
Dirigent tätig. Er versucht, Klang und Polyphonie der von ihm
verehrten Vorbilder (Furtwängler, Mengelberg, Knappertsbusch,
Klemperer) wiederzufinden.
Valery Afanassiev gehört zu den eigenwilligsten Künstlern
unserer Zeit. Der Pianist, Poet und Philosoph lebt allein in
Versailles. Dort arbeitet er, schreibt seine Bücher und hat mehr als
3000 Flaschen Wein im Keller gelagert. Von sich selbst sagt er halb
scherzhaft, er sei ein Renaissance-Mensch.
Auszug aus dem Theaterstück "Kreisleriana":
PIANIST: "Ich bin Schumann. Und Kreisler. Sogar auf der Venus. Sollen
andere Pianisten auf Schumanns Klavieren spielen. Sollen sie ihre
Aufnahmen in seinem Hause machen. Authentizität nennen sie das. Ich
bezeichne es als Fakten. Und Fakten sind heute wichtig. Die Menschen
glauben an Fakten, nicht an Geister. (Pause.) Hard Times. (Pause.)
Ich glaube an Geister. An Schamanen. Und an Schumannen. Nicht an
Fakten und Zahlen."
Auszug aus dem Roman "Philosophen Weg":
"Der Unterschied zwischen schöpferischer und reproduzierender Kunst
wird häufig vergessen oder übersehen - eine Nachlässigkeit, die dem
exzessiven Kommerz unseres Zeitalters zuzuschreiben ist. Interpreten
ist das ekstatische Erlebnis vollkommener Freiheit verwehrt. Es
erlaubt den Schaffenden - Komponisten, Schriftstellern, einigen
Filmregisseuren - Elemente zu variieren, um vollkommen heterogene
Substanzen zu erschaffen. Darüber hinaus kann der Schöpfer sein Werk
zerstören.-"
"Welche Filmregisseure mögen Sie?"
"Dennoch sind Interpreten nicht gänzlich nutzlos. Denn sie schaffen
Ereignisse. Sie plazieren ein zeitloses Meisterwerk in Raum und Zeit."
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