Als Ersteinspielung nach der neuen quellenkritischen
Ausgabe bei Ricordi liegt nun Giovanni Simone Mayrs
erfolgreichstes Bühnenwerk, die Oper Medea in Corinto
vor. Die Neuausgabe basiert wesentlich auf einem
Manuskript von 1821, das wesentliche Änderungen
gegenüber bisherigen Ausgaben enthält, darunter eine
später gestrichene Cavatina der Medea, die nur in einer
historischen Einzelausgabe für Gesang und Klavier
veröffentlicht wurde.
Die hier mitgeschnittene Produktion am Theater
St. Gallen stieß international auf große Resonanz und
wurde als Durchbruch für das in Vergessenheit geratene
Werk Mayrs gewertet. Bei den Opernfestspielen
2010 hat Medea in Corinto in einer Neuinszenierung
an der Staatsoper München Premiere....mehr
Susanne Lang absolvierte ihr Klavierstudium bei Eugen
Polus in Mannheim und bei Rudolf Buchbinder in
Basel. Weitere Studien führten sie u.a. zu Dimitri
Bashkirov, Peter Feuchtwanger, Karl-Heinz Kämmerling,
Peter Schreier und Norman Shetler.
Mittlerweile ist Susanne Lang selbst Jurorin in
mehreren Klavierwettbewerben, und konzertiert
international als Solistin wie auch als Liedbegleiterin.
Ihr Debütprogramm umfasst musikalische Miniaturen
von Komponisten der Romantik, Spätromantik
und des 20. Jahrhunderts. Es reicht von zwei der sechs
Moments musicaux von Franz Schubert über Smetana
und Liszt und de Falla bis zu Prokofjew und Schtschedrin.
Viele dieser Werke sind beliebte Zugaben-
Stücke für Klavierabende, so bildet dieses Album eine
Sammlung formal überschaubarer aber musikalisch
umso unvergesslicherer Blüten des Klavierrepertoires. mehr
Erst nach vielen Konzertaufführungen und genauer
Quellenforschung entschloss sich der in Berlin lebende
Pianist Amir Katz zu einer Einspielung sämtlicher
Nocturnes von Frédéric Chopin. Dabei versucht er
Chopins Angaben bezüglich Tempo und Dynamik
präzise zu befolgen, berücksichtigt aber auch die
offensichtlichen Freiheiten in der Gestaltung, die für
Chopin und Interpreten seiner Zeit selbstverständlich ein Kaleidoskop der kleinen Form waren. So entsteht eine akribisch gearbeitete, aber
doch lebendige Interpretation, der die Energie des
Spontanen nicht abhanden gekommen ist.
Amir Katz wurde 1973 in Israel geboren und
erhielt dort ersten Klavierunterricht. Seine weitere
Ausbildung absolvierte er in Europa, Amir Katz lebt
in Berlin. mehr
Herbert Schuchs neue CD beleuchtet den Einfluss der
Schubert’schen Walzer, Ländler und Deutschen Tänze
auf die romantische und virtuose Klavierkomposition
im 19. Jahrhundert. Sowohl Schumann als auch
Czerny verarbeiteten beispielsweise Schuberts Sehnsuchtswalzer
in Variationenwerken. Czernys op. 12
trägt den Titel „Variationen über den beliebten Wiener
Trauer-Walzer von Franz Schubert“. Schumanns
Sehnsuchtswalzervariationen erklingen hier in der
von Andreas Boyde nach dem Manuskript ergänzten
Fassung. Weitere Schwerpunkte des Programms sind
Schumanns berühmte Zyklen Carnaval und Papillons. mehr
Gunther Rost an der Hildebrandt-Orgel von St. Wenzel,
Naumburg (Saale)
Die Orgel, meistens mit klanglicher Wucht, komplexer
Polyphonie und musikalischer Schwere assoziiert,
führt Gunther Rost hier in andere Sphären: Er
spielt einige von J.S. Bachs Orgeltranskriptionen
von Instrumentalkonzerten Antonio Vivaldis sowie
eigene Vivaldi-Transkriptionen. Das Instrument, das
er für diese Einspielung wählte, ist eine der Orgeln,
die als authentisch für die Wiedergabe Bach’scher
Werke gelten dürfen: die Hildebrandt-Orgel von St.
Wenzel in Naumburg/Saale. Bach selbst hatte mit
dem Orgelbaumeister die Disposition entwickelt, und
sich später auch überaus positiv über das Ergebnis
geäußert. mehr
Während Michael Korsticks maßstabsetzender Beethoven-
Zyklus langsam aber stetig seiner Vollendung
entgegenschreitet (Vol. 7 erschien im November 2009,
Vol. 8 ist für diesen Herbst in Vorbereitung), zeigt er
auf diesem Album einen anderen Schwerpunkt seines
musikalischen Spektrums. „Florestan und Eusebius“
könnte programmatisch über dem Schumann-Programm
stehen, und das bezieht sich nicht nur auf die
Dualität der beiden fiktiven Charaktere in „Carnaval“,
sondern auch auf das Spannungsfeld in dem sich die
„Kreisleriana“ bewegt. mehr
Andreas Boyde weiß um die Gefahren, die einer
„wirkungsvollen“ Brahms-Wiedergabe innewohnen:
Effekthascherei, aufgesetzte Sentimentalität, falsch
verstandene „Schwere“ töten allzuoft die musikalische
Substanz von Brahms’ Musik. Nichts liegt
Andreas Boyde ferner: Seine Brahms-Interpretationen
bedienen keine Brahms-Klischees sondern legen auf
faszinierende Weise die Strukturen seiner Werke
offen, bringen wie selbstverständlich die Seele des
Brahms’schen Musikkosmos zum Klingen. mehr
Der lesenswerte Booklettext zu dieser CD versucht, den
eigenen Reiz, den die Chopin-Interpretationen der
französischen Pianistin Hélène Tysman ausmachen,
in Worte zu fassen. Noch empfehlenswerter ist es
jedoch, diese CD einfach anzuhören, und schon nach
kurzer Zeit wird der Hörer von einer besonderen
Faszination ergriffen, eine eigentümlich innere Kraft
ist dem Spiel dieser 27jährigen Pianistin eigen. Sie
studierte bei Bruno Rigutto am Conservatoire National
de Paris, sowie bei Pierre-Laurent Aimard (Köln),
Oleg Maisenberg (Wien) und Grigory Gruzman
(Hamburg und Weimar). Obwohl die hier aufgenommenen
Werke zum vielgespielten pianistischen
Standardrepertoire gehören, gewinnen sie doch bei
Hélène Tysman eine persönliche Aussage, eine subtile
Energie, die das Programm besonders hörenswert
machen. mehr
Carmen Piazzini, in Buenos Aires geboren und aufgewachsen,
beendete ihr Studium in Deutschland bei
Hans Leygraf. Als Mittlerin zwischen den Welten
der klassischen Musik in Europa und Südamerika
spielt sie Werke von Astor Piazzolla bewusst vom
Standpunkt der klassisch ausgebildeten Pianistin.
Auf der vorliegenden CD stellt sie außerdem weitere
Komponisten ihrer Heimat vor, die zum Teil in
Europa fast unbekannt sind. mehr