Als Ersteinspielung nach der neuen quellenkritischen
Ausgabe bei Ricordi liegt nun Giovanni Simone Mayrs
erfolgreichstes Bühnenwerk, die Oper Medea in Corinto
vor. Die Neuausgabe basiert wesentlich auf einem
Manuskript von 1821, das wesentliche Änderungen
gegenüber bisherigen Ausgaben enthält, darunter eine
später gestrichene Cavatina der Medea, die nur in einer
historischen Einzelausgabe für Gesang und Klavier
veröffentlicht wurde.
Die hier mitgeschnittene Produktion am Theater
St. Gallen stieß international auf große Resonanz und
wurde als Durchbruch für das in Vergessenheit geratene
Werk Mayrs gewertet. Bei den Opernfestspielen
2010 hat Medea in Corinto in einer Neuinszenierung
an der Staatsoper München Premiere....mehr
Nicht nur für bildende Künstler, auch für Komponisten
zählte ein Aufenthalt in Italien im 18. Jahrhundert zur
umfänglichen künstlerischen Ausbildung. Natürlich
kam es auch unter italienischer Sonne zum Austausch
zwischen Nordeuropäern verschiedener Herkunft. So
traf der junge Mozart in Florenz den gleichaltrigen britischen
Geiger Thomas Linley. Eine Generation älter
war Johann Adolf Hasse, der quasi schon als Italiener
galt. Unmittelbar nach seiner Festoper Ruggiero kam
– mit ungleich größerem Erfolg – Mozarts Serenata
Ascanio in Alba zur Aufführung.
Dem Kastraten Venanzio Rauzzini, der später
selbst als Komponist in London reüssierte, schrieb
Mozart sein berühmtes Exsultate, jubilate auf den
Leib.
Dem flämischen Geiger Franz Lamotte ermöglichte
seine Mäzenin Maria Theresia eine Studienreise
nach Italien. Ebenso wie Mozart reiste er auch
nach Neapel, wartete hier aber vergeblich auf eine
Einladung, am Hof vorzusprechen, wie Mozarts Vater
Leopold berichtet.
Reinhard Goebel, der sich intensiv mit dem
musikalischen Schaffen zu Mozarts Zeit und in dessen
Umfeld beschäftigt, stellte hier ein Programm
zusammen, das die vielfältigen Beziehungen und
wechselseitigen Einflüsse der Nordeuropäer in Italien
beleuchtet, u.a. mit Violinkonzerten von Linley und
Lamotte. mehr
Ivor Bolton ist als ausgewiesener Fachmann für die
Musik des Barock und der Frühklassik weltweit
renommiert. Gleichzeitig verfolgt er nicht weniger
intensiv eine Karriere als Dirigent des klassisch-romantischen
Repertoires. Einen Großteil dieser Aktivitäten
nimmt er als Chefdirigent des Mozarteumorchesters
Salzburg wahr. Der Zyklus der Bruckner-Sinfonien
erreicht hiermit Folge fünf, erhältlich sind bereits die
Sinfonien Nr. 3, 5, 7 und 9.
Die Achte Sinfonie spielt das Mozarteumorchester
in der zweiten Fassung von 1890, in der Ausgabe von
Leopold Nowak. mehr
Chor und Orchester der Ludwigsburger Schlossfestsp
Im 16. Jahrhundert existierten in Venedig vier
Ospedali, die der Versorgung kranker und verwaister
Kinder dienten. Im Laufe des 17. Jahrhunderts
wurden daraus Mädcheninternate, in denen großer
Wert auf eine hervorragende Musikausbildung
gelegt wurde. Schon bald waren sie ein wichtiger
Bestandteil im Venezianischen Musikleben und es
wurden renommierte Musiker und Komponisten als
Kapellmeister angestellt. Johann Wolfgang Goethe
berichtet von einer Aufführung: „Die Frauenzimmer
führten ein Oratorium hinter dem Gitter auf, die Kirche
war voll Zuhörer, die Musik sehr schön, und herrliche
Stimmen.“
Zu den Kapellmeistern am Ospedale degl’Incurabili
zählte auch Johann Adolf Hasse, der für die Institution
das hier eingespielte Oratorium Sanctus Petrus et
Sancta Maria Magdalena komponierte. mehr
Joseph Messner schrieb über 700 Werke aus fast
allen Gattungen. Er wurde 1893 in Schwaz/Tirol
geboren und starb 1969 in Salzburg. Als Organist,
Dirigent und Komponist genoss er internationales
Renommee. Seine populärste Komposition wurde die
Salzburger Festspielfanfare, die jahrzehntelang sämtliche
Übertragungen von den Salzburger Festspielen
einleitete und beschloss. Als Hommage an den ehemaligen
Domkapellmeister zu Salzburg spielt das
Mozarteumorchester Salzburg unter Ivor Bolton hier
vier seiner Orchesterkompositionen ein, die besonders
eng mit Salzburg in Beziehung stehen. mehr
Unmittelbar in Zusammenhang zu seinen Sinfonien
Nr. 2 bis 4 stehen Mahlers Lieder aus „Des Knaben
Wunderhorn“. An die Veröffentlichung der Vierten
Sinfonie im Mahler-Zyklus des Gürzenich-Orchesters
Köln schließt daher die vorliegende Folge von
Wunderhorn-Liedern an, die mit dem „Himmlischen
Leben“ endet, jenem Lied, das auch die Vierte
Sinfonie beschließt.
Als Solisten wechseln sich Christiane Oelze und
Michael Volle ab, die einige Lieder auch in einer
Duett-Version vortragen. Markus Stenz gelang es,
in seinem Kölner Mahler-Projekt von Anfang an
einen unverwechselbaren Ton zu kreieren, dem ohne
textfremde Exaltiertheiten und Effekthaschereien ein
persönlicher Charakter zueigen ist, der diesen Zyklus
in der Vielzahl der Einspielungen bedeutend und
interessant macht. Die klanglichen Qualitäten dieser
Aufnahmen im audiophilen SACD-Format dürften
kaum übertroffen werden. mehr
Nach großem Lob für den Einstand mit der 5. Sinfonie
von Gustav Mahler setzt das Gürzenich-Orchester
Köln unter Gürzenich-Kapellmeister Markus Stenz
seinen Mahler-Zyklus mit der 4. fort. Die Sopranpartie
im letzten Satz „Das himmlische Leben“ singt
Christiane Oelze. Auch die vorliegende Einspielung
entstand unter Studiobedingungen, und die hervorragende
Akustik der Kölner Philharmonie in Verbindung
mit dem audiophilen SACD-Mastering garantiert
eine Einspielung, die auch unter klangtechnischen
Gesichtspunkten höchste Standards erreicht. mehr
Der Tschaikowsky-Zyklus mit der Deutschen Radio
Philharmonie unter Christoph Poppen zeichnet sich
durch einen durchaus eigenen Tonfall aus, der das fein
differenzierte, kammermusikalische Zusammenspiel
betont. Auf der zweiten CD der Serie stellt Christoph
Poppen zwei programmatisch oder zumindest poetisch
motivierte Werke Tschaikowskys gegenüber, die
Sinfonie Nr. 1 „Winterträume“ und das Capriccio Italien.
Letzteres basiert nach Aussage des Komponisten
auf authentischen italienischen Melodien, die jedoch
bisher nur zum Teil identifiziert werden konnten.
Die Satz-Untertitel der ersten Sinfonie sind von
Tschaikowsky selbst gegeben, dürfen aber nicht als
„Programm“ verstanden werden, sondern eher als
Stimmungsbilder, die den Rahmen für die in konventioneller
Form gehaltenen Sinfonienteile bilden. Entsprechend
ist die Betitelung nur für die ersten beiden
Sätze gegeben und wird dann nicht fortgeführt. mehr
Chor der Bürgersaalkirche München / Odeon Ensemble München / Michael Hartmann
Am Dreifaltigkeitssonntag 1610 wurde
die Kongregation der „Herren und
Bürger zu München“ gegründet. Der Versammlungssaal
in der Neuhauser Straße, der „Bürgersaal“,
wurde 1778 zur Kirche geweiht. Er zählt heute zu den
Sehenswürdigkeiten der Stadt, nicht zuletzt wegen
einer bedeutenden Arbeit des großen Rokoko-Bildhauers
Ignaz Günther, dessen „Schutzengelgruppe“
1763 für die Bürgersaalkirche erschaffen wurde und
noch heute hier zu sehen ist. Pater Rupert Mayer
SJ, der während des Nazi-Regimes im katholischen
Widerstand tätig war, wurde 1921 Präses der Kongregation.
Er starb 1945, 1987 wurde er von Papst
Johannes Paul II. selig gesprochen. Sein Grab befindet
sich in der Bürgersaalkirche. Das Festkonzert
anlässlich des Jubiläums der Marianischen Männerkongregation
umfasst Werke, die in besonders enger
Beziehung zu Rupert Mayer stehen. Zu hören ist auch
die Orgel der Bürgersaalkirche, die von der Firma
Vleugels nach Registrationsprinzipien der deutschromantischen
Orgeltradition 1994 erbaut wurde. mehr