Als Ersteinspielung nach der neuen quellenkritischen
Ausgabe bei Ricordi liegt nun Giovanni Simone Mayrs
erfolgreichstes Bühnenwerk, die Oper Medea in Corinto
vor. Die Neuausgabe basiert wesentlich auf einem
Manuskript von 1821, das wesentliche Änderungen
gegenüber bisherigen Ausgaben enthält, darunter eine
später gestrichene Cavatina der Medea, die nur in einer
historischen Einzelausgabe für Gesang und Klavier
veröffentlicht wurde.
Die hier mitgeschnittene Produktion am Theater
St. Gallen stieß international auf große Resonanz und
wurde als Durchbruch für das in Vergessenheit geratene
Werk Mayrs gewertet. Bei den Opernfestspielen
2010 hat Medea in Corinto in einer Neuinszenierung
an der Staatsoper München Premiere....mehr
Sachiko Furuhata-Kersting wurde in Yokohama, Japan,
geboren und absolvierte ein Klavierstudium an der
Musikhochschule in Tokyo. Weitere Studien führten
sie nach Deutschland an die Hochschule für Musik
Detmold und die Robert-Schumann-Hochschule
Düsseldorf. Zu ihren Lehrern zählen Roberto Szidon,
Detlev Kraus, Naoyuki Taneda und Willem Brons.
Ihre Konzerttätigkeit führte sie bisher nach Deutschland,
Holland, Italien, Spanien, in die Schweiz und
nach Japan.
Das hier vorgelegte Rezital-Programm knüpft interessante
Verbindungen zwischen den Werken Mendelssohns,
Schumanns und Liszts. MendelssohnsVariations sérieuses machen den Anfang des Programms,
gefolgt von Schumanns Faschingssschwank
op. 26, der sich deutlich beeinflusst von Mendelssohns
Klavierkompositionen, namentlich dessen Liedern
ohne Worte, zeigt.
Liszts Dante-Sonate trug im ersten Entwurf noch
den Untertitel Fantaisie symphonique und steht damit
konzeptionell nah an Schumanns phantastischromantischen
Klavierwerken. Der großen dramatischen
Gestik der Dante-Sonate stehen die Consolations
Nr. 3 mit ihrer Abkehr von aller äußerlichen
Virtuosität gegenüber. mehr
Zoltan Kodály (1882–1967): Duo für Violine und Violoncello op. 7
Giovanni Battista Cirri (1724–1808): Duo op. 12 G-Dur (Ersteinspielung)
Johan Halvorsen (1864–1935): Passacaglia
Reinhold Glière (1874–1956): Acht Duos für Violine und Violoncello
op. 39
Eight Strings: Valeria Nasushkina & Mikael Samsonov
Zoltan Kodálys Duo von 1914 kann als eines der
großen Standardwerke für die Besetzung Violine-
Violoncello gelten. Eine Rarität hingegen ist das Duo
des italienischen Komponisten Giovanni Battista
Cirri, das hier erstmals eingespielt wurde. Cirri, selbst
Cellist, ist heute vor allem für seine Cellosonaten und
–Konzerte, die häufig als Unterrichtsmaterial eingesetzt
werden, bekannt. Das Duo ist jedoch unbedingt
als Konzertstück dankbar und bietet eine breite Palette
von Stimmungen und Klangwirkungen.
Reinhold Glière unterrichtete am Moskauer Konservatorium
und zählte dort u.a. Prokofjew und
Miaskowsky zu seinen Schülern. Er stand in hohen
Ämtern der russischen Kulturpolitik und verkörpert
in seinen Werken einen russisch-nationalen Stil, der
vollkommen im Sinne des sozialistischen Realismus
war. In seinen Acht Duos porträtiert er verschiedene
Form- und Satztypen in reizvollen musikalischen
Miniaturen.
Die moldawische Geigerin Valeria Nasushkina
und der in Weißrussland geborene Cellist Mikael
Samsonov bilden das Duo Eight Strings. Sie wurden
beim Internationalen „Gaetano Zinetti“ Wettbewerb
2008, beim Internationalen Kammermusikwettbewerb
„Marco Fiorindo“ in Turin und beim Internationalen
Wettbewerb „Cittá di Padova Prize 2009“ mit
Preisen ausgezeichnet. mehr
Fragile – der berühmte Song von Stings Album
„Nothing Like the Sun“ ist titelgebend für die
neue CD des Vokalsextetts „Die Singphoniker“.
Der Renaissance-Komponist Pierre de la Rue steht
mit seiner Totenmesse „Missa pro fidelibus defunctis“
im Zentrum eines Programms, das sich mit der
Endlichkeit menschlichen Daseins auseinandersetzt.
Die Gruppe schafft einen Raum der Kontemplation
zu einem der grundlegenden Themen aller Zeiten,
wobei sie der um 1500 entstandenen Messe Musik
unserer Zeit gegenüber stellt. Stings „Fragile“ zählt
dazu ebenso wie Musik des finnischen Komponisten
Einojuhani Rautavaara und von Kurt Weill, aber auch
ein Gospelsong wie „Deep River“ und Eric Claptons
„Tears in Heaven“.
Die Singphoniker wurden erst kürzlich in mehreren
Positionen neu besetzt und pflegen nun mit
verjüngten Kräften alte Tugenden. Charakteristisch
ist die schier entwaffnende Leichtigkeit der mit einem
Countertenor besetzten Oberstimme auf dem kraftvollen,
ungeheuer farbenreichen Fundament vom
Bass bis zu den Tenören. Bei den Singphonikern
verliert die sogenannte „Leichte Musik“ alles oberflächliche,
und das „ernste“ Repertoire wird mit einer
Selbstverständlichkeit präsentiert, die alle Schwellen
vergessen macht. mehr
Nach ausgiebigen wissenschaftlichen Ausflügen in das
Londoner Leben der Barockzeit entschied sich Stefan
Temmingh, seine neue CD der Händel-Begeisterung
höherer britischer Kreise im 18. Jahrhundert zu widmen.
Wer als Gentleman gelten wollte, beherrschte das
Spiel der Blockflöte. Wohingegen das Cembalo eher
ein Instrument der Damenwelt war. Was für wunderbare
Möglichkeiten der Interaktion ergaben sich
hieraus! Die Arien der jeweils neuesten Händel-Oper
waren geradezu Pop-Hits, die in allen erdenklichen
Bearbeitungen nachgespielt wurden. Die Ansprüche
an die instrumentale Virtuosität waren dabei erstaunlich – und noch heute wird dem Blockflötenspieler
alles abverlangt, um diese Stücke adäquat aufzuführen.
Nach dem Vorbild englischer Musik-Salons
versammelte Stefan Temmingh Musikerfreunde und
–Kollegen um sich, um der Blockflöte dieses reizvolle
Repertoire zurückzugeben. Und sie folgten ihm mit
Freude auf diese Reise nach dem barocken London,
einer Stadt im Händel-Fieber. mehr
Aachen, Düsseldorf, Kleve, Köln und Lüttich – das
waren nicht nur bedeutende Reichs-, Residenz- oder
Kathedralstädte, sondern auch Zentren der Musikkultur
im 16. Jahrhundert, dem Jahrhundert der Renaissance.
Die rheinische Musikkultur dieser Zeit stand
lange im Schatten der großen flämischen Musiker des
15. und 16. Jahrhunderts, die an den bedeutenden
Höfen der Zeit tätig waren. Die Musik der Region
galt hingegen lange als minder bedeutend, gemessen
an den Idealen der italienischen Renaissance, und
wird erst heute als wertvolle, eigenständige Kunstausprägung
wieder stärker wahrgenommen.
Das LVR-LandesMuseum Bonn zeigt von September
2010 bis Februar 2011 die kunst- und kulturhistorische
Ausstellung „Renaissance am Rhein“,
die die Renaissance als eigenständige Epoche für
die Rheinlande präsentiert. Der umfassende Ansatz
der Ausstellung berücksichtigt selbstverständlich die
Musikkultur der Länder am Rhein im 16. Jahrhundert.
In diesem Rahmen entstand die vorliegende CD
des Vokalensembles Singer Pur. Intensive Forschungsarbeit
führte die Interpreten und die unterstützenden
Wissenschaftler auch zu bisher ungehobenen musikalischen
Schätzen, die nun erstmals wieder zu hören
sind. mehr
Nicht nur für bildende Künstler, auch für Komponisten
zählte ein Aufenthalt in Italien im 18. Jahrhundert zur
umfänglichen künstlerischen Ausbildung. Natürlich
kam es auch unter italienischer Sonne zum Austausch
zwischen Nordeuropäern verschiedener Herkunft. So
traf der junge Mozart in Florenz den gleichaltrigen britischen
Geiger Thomas Linley. Eine Generation älter
war Johann Adolf Hasse, der quasi schon als Italiener
galt. Unmittelbar nach seiner Festoper Ruggiero kam
– mit ungleich größerem Erfolg – Mozarts Serenata
Ascanio in Alba zur Aufführung.
Dem Kastraten Venanzio Rauzzini, der später
selbst als Komponist in London reüssierte, schrieb
Mozart sein berühmtes Exsultate, jubilate auf den
Leib.
Dem flämischen Geiger Franz Lamotte ermöglichte
seine Mäzenin Maria Theresia eine Studienreise
nach Italien. Ebenso wie Mozart reiste er auch
nach Neapel, wartete hier aber vergeblich auf eine
Einladung, am Hof vorzusprechen, wie Mozarts Vater
Leopold berichtet.
Reinhard Goebel, der sich intensiv mit dem
musikalischen Schaffen zu Mozarts Zeit und in dessen
Umfeld beschäftigt, stellte hier ein Programm
zusammen, das die vielfältigen Beziehungen und
wechselseitigen Einflüsse der Nordeuropäer in Italien
beleuchtet, u.a. mit Violinkonzerten von Linley und
Lamotte. mehr
Susanne Lang absolvierte ihr Klavierstudium bei Eugen
Polus in Mannheim und bei Rudolf Buchbinder in
Basel. Weitere Studien führten sie u.a. zu Dimitri
Bashkirov, Peter Feuchtwanger, Karl-Heinz Kämmerling,
Peter Schreier und Norman Shetler.
Mittlerweile ist Susanne Lang selbst Jurorin in
mehreren Klavierwettbewerben, und konzertiert
international als Solistin wie auch als Liedbegleiterin.
Ihr Debütprogramm umfasst musikalische Miniaturen
von Komponisten der Romantik, Spätromantik
und des 20. Jahrhunderts. Es reicht von zwei der sechs
Moments musicaux von Franz Schubert über Smetana
und Liszt und de Falla bis zu Prokofjew und Schtschedrin.
Viele dieser Werke sind beliebte Zugaben-
Stücke für Klavierabende, so bildet dieses Album eine
Sammlung formal überschaubarer aber musikalisch
umso unvergesslicherer Blüten des Klavierrepertoires. mehr
Ivor Bolton ist als ausgewiesener Fachmann für die
Musik des Barock und der Frühklassik weltweit
renommiert. Gleichzeitig verfolgt er nicht weniger
intensiv eine Karriere als Dirigent des klassisch-romantischen
Repertoires. Einen Großteil dieser Aktivitäten
nimmt er als Chefdirigent des Mozarteumorchesters
Salzburg wahr. Der Zyklus der Bruckner-Sinfonien
erreicht hiermit Folge fünf, erhältlich sind bereits die
Sinfonien Nr. 3, 5, 7 und 9.
Die Achte Sinfonie spielt das Mozarteumorchester
in der zweiten Fassung von 1890, in der Ausgabe von
Leopold Nowak. mehr