Herkenhoff, Ulrich
19.05. Kirche von Erlach, Bielersee, SCHWEIZ
Schuch, Herbert
21.05. -28.05-2013 Musikfestival Schloss Cappenberg
delian::quartett
24.05. Krefeld | Burg Linn | Rittersaal
Temmingh, Stefan
19.05. Hong Kong (HK) / City Hall Concert Hall
19.05. Hong Kong (HK) / City Hall Concert Hall
Moser, Benjamin
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Silver Garburg Piano Duo
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Frölich, Andreas
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   Seefestspiele Mörbisch: Franz Lehár: Der Zarewitsch
Komponist: Lehar, Franz
Preis: 12.98 €
Kat-Nr.: OC 770
Format: CD
  

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Franz Lehár

Der Zarewitsch
Tiberius Simu, Alexandra Reinprecht, Harald Serafin, Marko Kathol, Sieglinde Feldhofer, Ciro deLuca
Chor und Orchester der Seefestspiele Mörbisch
Wolfdieter Maurer, Dirigent

Mit dem Beginn der Intendanz von Harald Serafin 1992 nahm der Aufstieg der Seefestspiele Mörbisch zum „Mekka der Operette“ seinen Lauf. Heute verbucht das Festival jährlich bis zu 220.000 Besucher auf der Opern-Air-Bühne am Neusiedler See. Nach einem Ausflug in den Grenzbereich zum Musical im Jahr 2009 (My Fair Lady) steht dieses Jahr wieder ein Operetten-Klassiker auf dem Programm: Der Zarewitsch von Franz Lehár. Obwohl diese Operette eine für das Genre ungewöhnlich tragische Handlung hat und das Publikum ohne Happy-End aus der Vorstellung entlässt, wurde sie ein großer Publikumserfolg, der nicht zuletzt durch Richard Tauber beflügelt wurde, dem das Stück auf den Leib geschneidert war.
In der Mörbischer Produktion ist der 1980 geborene rumänische Tenor Tiberius Simu als Zarewitsch zu hören sowie in der Rolle der Sonja Alexandra Reinprecht, die bereits Gastspiele an der Oper unter den Linden, der Staatsoper München, der Wiener Staatsoper sowie den Festspielen von Salzburg und Bregenz gab. Als Sonja trat sie bereits 2009 am Münchner Prinzregententheater mit dem Münchner Rundfunkorchester unter Ulf Schirmer auf.

Der Zarewitsch
Operette in drei Akten
(frei nach dem gleichnamigen Bühnenstück von Zapolska-Scharlitt)
von Bela Jenbach und Heinz Reichert Musik:
Franz Lehár

(1870–1949)
Einrichtung für die Seefestspiele Mörbisch: Peter Lund

ZarewitschTiberius Simu
SonjaAlexandra Reinprecht
GroßfürstHarald Serafin
IwanMarko Kathol
MaschaSieglinde Feldhofer
BordoloCiro De Luca
HauptmannZoltán Galamb
Festival Orchestra Mörbisch · Mörbisch Festival Choir Wolfdieter Maurer, conductor
Bernhard Schneider, Choreinstudierung
Günter Fruhmann, musikalische Einstudierung

Tragik salonfähig gemacht
Zum Zarewitsch von Franz Lehár


Eigentlich ist es lobenswert, dass sich der Thronfolger Alexej sportlich betätigt. Wenn es aber so weit geht, dass selbst die Liebe keinen Platz findet, wird es bedenklich. Jedenfalls hat der Zarewitsch nicht nur keine Lust, den Schürzen hinterher zu jagen; vielmehr ist er allem Weiblichen geradezu feindlich gesinnt. So leistet die Balletttänzerin Sonja ganze Arbeit, als sie der Großfürst, Alexejs Onkel, als Mann verkleidet einschleust: Sie fliegt auf – und dringt trotzdem zum weichen Kern des harten Alexej vor. Dass es am Ende nicht klappt und das zweisame Glück traurig endet, ist umso bedauerlicher.

Und damit ist viel gesagt. Denn dass Franz Lehár, der mit seinen Operetten zu einem der reichsten Männer Österreichs aufstieg und sich genauso gut auf diesem Erfolg hätte ausruhen können, mit 57 Jahren sein Schaffen um neue Aspekte erweitert, ist bemerkenswert. Sein 1927 uraufgeführter Zarewitsch trieft fast schon vor opernhafter Tragik: Auf ein Happy End wartet man vergeblich, was Lehár seinerzeit vorgeworfen wurde. „Nichts gegen Lehárs Musik, aber im Operettentheater sollen die Leute nicht weinen“, meinte etwa sein Kollege Oscar Strauss.

Schon 1917 hatte Lehárs Gattin Sophie das Schauspiel Der Zarewitsch von Gabryela Zapolska in Wien gesehen und war angetan. Lehár, der bereits in Kukuschka russisches Kolorit erprobt hatte, konnte sich indes zunächst nicht damit anfreunden. Ebenso erging es Pietro Mascagni, Schöpfer der Cavalleria rusticana, und auch Eduard Künneke – auch er mit der Vertonung des Stoffs beauftragt – war wenig Feuer und Flamme: Obwohl er bereits einen Akt vollendet hatte, trat Künneke zurück, als Lehár doch noch Gefallen an dem Sujet fand.

Lehárs Zarewitsch wurde ein großer Publikumserfolg, was selbst George Gershwin beeindruckte: Er traf sich 1928 mit Lehár in Berlin. Den Triumph ermöglichte indes auch der stimmliche Glanz des Titelhelden und gefeierten Mozart-Tenors Richard Tauber; Komponist und Sänger gingen eine staunenswerte kreative Einheit ein. Doch obwohl


einige Ohrwürmer aus dem Zarewitsch in der ganzen Welt zirkulierten, gab es in der Presse viel Schelte – vor allem wegen des Librettos von Béla Jenbach und Heinz Reichert.

Das Wolgalied „Allein, wieder allein“ allerdings diente niemand Geringerem als dem Nobelpreisträger Günter Grass als Inspiration zu seinem Erzählband Mein Jahrhundert von 1999. „Hast du dort oben vergessen auf mich?“, singt Alexej von einem Soldaten in einsamer Fremde. „Es sehnt doch mein Herz auch nach Liebe sich. Du hast im Himmel viel Engel bei dir! Schick doch einen davon auch zu mir.“ Angesichts des unvorstellbaren Leids und der gigantischen Trümmerfelder, die zwei Weltkriege anrichteten, hat Lehár mit diesen Worten vielen Menschen weltweit aus der Seele gesprochen.

Florian Olters



CD 1
1  Tscherkessenchor  01:31  
2  Einer wird kommen (Arie Sonja)  04:06  
3  Nur ein kleines Häuschen (Duett Mascha, Iwan)  02:42  
4  Wolgalied (Zarewitsch)  05:11  
5  Finale 1 (Sonja, Zarewitsch)  07:32  
6  Lied Zarewitsch (Zarewitsch, Chor)  02:57  
7  Hab‘ nur dich allein (Duett Sonja, Zarewitsch)  04:46  
8  Heute Abend komm‘ ich zu dir (Duett Mascha, Iwan)  02:43  
9  Finale 2 „Liebe mich, küsse mich“ (Duett Sonja, Zarewitsch)  03:46  
10  Kosende Wellen (Lied und Melodram Sonja, Zarewitsch)  04:14  
11  Vergessen sei der trübe Wahn (Szene Zarewitsch, Sonja)  03:08  
12  Ich bin bereit (Duett Mascha, Bordolo, Herrenchor)  03:14  
13  Küss‘ mich (Quartett Sonja, Mascha, Zarewitsch, Iwan)  03:02  
14  Das Leben ruft (Walzerlied Sonja)  02:26  
15  Couplet (Großfürst)  02:13  
16  Duett (Sonja, Zarewitsch)  03:46  
17  Finale 3 (Sonja, Zarewitsch, Chor)  03:26  

total 60 : 53
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