delian::quartett
24.05. Krefeld | Burg Linn | Rittersaal
26.05. Schloß Corvey | Kaisersaal
Moser, Benjamin
25.05. Rezital Klavierfestival Ruhr, Bottrop
Frölich, Andreas
27.05. -29.05.2013 Nikosia /Zypern : Festival
 
 

 Anmelden
 Abmelden
   





  

   Hansjörg Albrecht: Pictures from Russia: Three Organ Transcriptions
Komponist: Various
Preis: 16.99 €
Kat-Nr.: OC 632
Format: SACD
  

oder bei
  

 Schreiben Sie Ihre Meinung zu dieser CD

Orgeltranskriptionen von berühmten Werken russischer Komponisten
Three Organ Transcriptions

Mussorgsky: Bilder einer Ausstellung · Rachmaninov: Die Toteninsel · Strawinsky: Drei Tänze aus “Petruschka”
Hansjörg Albrecht, Orgel

Groß vorzustellen braucht man ihn nicht mehr, mittlerweile zählt Hansjörg Albrecht zu den großen Organisten seiner Generation. Eine seiner Spezialitäten: Er transkribiert Werke, die eigentlich gar nicht für Orgel geschrieben sind. Bei OehmsClassics sind bereits Ausschnitte aus Richard Wagners Ring der Nibelungen sowie die Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach erschienen. Für seine dritte Aufnahme mit Orgeltranskriptionen hat sich Hansjörg Albrecht an russische Klassiker gewagt. Zu hören sind Modest Mussorgskys Bilder einer Ausstellung: Den Zyklus hat der Komponist ursprünglich für Klavier geschrieben, von Maurice Ravel stammt eine Bearbeitung für Orchester. Dagegen hat Sergei Rachmaninow seine Toteninsel für Orchester komponiert. Die Sinfonische Dichtung verarbeitet das gleichnamige berühmte Bild von Arnold Böcklin. Mit Petruschka für großes Orchester hat wiederum Igor Stravinsky 1911 einen regelrechten Skandal ausgelöst: Zu kühn war die motorische Rhythmik. Wie auch bei den Vorgängereinspielungen handelt es sich um high-endige SACD-Aufnahmen.

Bilder aus Russland

Kirchen und Klöster mit vergoldeten Zwiebeltürmen und den weithin sichtbaren orthodoxen Kreuzen / endlose Weiten mit im Sommer bläulich-grün schimmernden Seen und lichten Birkenwäldern sowie mit Glöckchen behangene Pferdeschlitten inmitten tief verschneiter winterlicher Landschaften / gewaltige Gegensätze zwischen monströsen Palästen und Herrenhäusern in Städten wie Moskau, St. Petersburg oder Kiew und ärmlichsten Holzhütten auf dem Lande / Bischöfe in langem goldbesticktem Ornat, Priester und einfach gekleidete Bauern mit langen, wallenden Bärten, Bojaren in wertvollen Pelzen, Kosaken und berittene Soldateska, ausgelassene Kinder, junge Mädchen in kunstvoll bestickten Gewändern und alte bettelnde Babuschkas in Sackleinen / Knoblauch, Wodka, Kaviar / Rubel, Gold und Diamanten / Analphabetismus und Leibeigenschaft, zudem ein perfides und perfekt funktionierendes Korruptionssystem innerhalb der Klassengesellschaft sowie der berühmte Ausspruch „nu schto?“ – „Nun was? (Es wird schon...)“ – und über all diesem bunten feudalmittelalterlichen Treiben der Klang der Glocken und orthodoxen Gesänge, verbunden mit dem ewigen Glauben an eine bessere Welt.

Die hier eingespielten Transkriptionen großer sinfonischer Klavier- und Orchesterwerke des 19. und 20. Jahrhunderts spiegeln in unterschiedlichster Art diese Zeit sowie die Sehnsucht und Suche nach dem Ur-Russischen in der Musik wider, auch wenn jeder der drei Komponisten ganz eigene Wege dabei gegangen ist:

Modest Mussorgski (1839–1881), vielleicht der nationalste von ihnen, lernte als Autodidakt komponieren, verachtete alle „zivilisiert-europäische Musik“ und brachte auf ganz persönliche Weise die Derbheit der russischen Volksmusik in seine Tonschöpfungen ein. Heute besinnt man sich wieder auf seine Originalfassungen mit ihren kirchentonal geprägten Melodien und stampfenden Rhythmen. Er starb alkoholabhängig und völlig verarmt in einem St. Petersburger Militärhospital.

Sergej Rachmaninow (1873–1943) stand wie sein Vorbild Tschaikowsky westlichen Strömungen nahe und verwendete russische Züge eher zur Einfärbung. Er emigrierte in die Vereinigten Staaten, gilt seit der Veröffentlichung seines berühmten Prélude cis-moll auch als einer der Väter der amerikanischen Filmmusik, erntete großen Ruhm vor allem als Pianist und Dirigent und litt – wie so viele Russen in der Fremde – zeitlebens unter seiner großen Sehnsucht nach der Heimat.

Igor Strawinski (1882–1971), der nach außen hin schillernd wirkende Weltbürger und Bohémien, mit Lebensstationen in Russland, Frankreich, der Schweiz sowie den USA, legte sich kompositorisch nie auf einen Stil fest und spielte förmlich mit allen gängigen musikalischen Mitteln des 20. Jahrhunderts. Doch auch er war in seinem Innersten von „Mütterchen Russland“ geprägt: Russische Folklore und wilde, ausgelassene Tänze bestimmen die Schreibweise seiner ersten großen Werke.

Russland – ein Land der Orgel?

Ja und nein. Die Tradition der orthodoxen Liturgie erlaubt(e) keinerlei Mitwirkung von Instrumenten im Gottesdienst. Dafür errichteten seit Beginn des 19. Jahrhunderts hauptsächlich ausländische Firmen große Orgeln in Konzertsälen und Musikhochschulen. Das berühmteste Beispiel ist zweifellos die aus dem Jahre 1899 stammende sinfonische Orgel der Pariser Orgelmanufaktur Cavaillé-Coll im Konzertsaal des Moskauer Tschaikowski-Konservatoriums. Die Orgel als Konzertinstrument übt auch heute in Russland – anders als derzeit hier in Mitteleuropa – eine unglaublich große Faszination aus. Zudem empfinde ich persönlich für Russland und im Besonderen für seine Kultur seit vielen Jahren eine starke Sympathie. Und so war es ein kleiner Traum, mit der orgelgemäßen Einrichtung dieser drei so ganz unterschiedlich gearteten russischen Werke wieder einmal musikalische und technische Grenzen der Orgel auszuloten. Feinste dynamische Abstufungen (mit fast 1000 verwendeten Klangkombinationen) und teilweise ganz neuartige Klänge zeigen die „Königin der Instrumente“ in einem faszinierenden Gewand. Entstanden ist eine große dreiteilige „Sinfonische Dichtung“, beginnend mit einer überdimensional angelegten Introduktion (Bilder einer Ausstellung), einem pastellartigen und impressionistisch schimmernden Intermezzo (Toteninsel) sowie einem dreiteiligen Finale (Petruschka), welches in ein sich immer schneller drehendes Jahrmarktskarussell mündet, übertönt vom strahlenden Glanz der Glocken.

Hansjörg Albrecht


Bilder einer Austellung

Der Zyklus Bilder einer Ausstellung – eigentlich ein Klavierwerk, zum Andenken an Mussorgskis Freund, den Architekten, Zeichner und Maler Viktor Alexandrowitsch Hartmann entstanden – zählt zu den bedeutendsten Werken der Musikliteratur. Den Welterfolg dieses Werkes hat der Komponist selbst nicht mehr

erlebt. Gedruckt wurde es erstmals im Jahre 1886. Zur Popularität, die das Werk im 20. Jahrhundert erlangte, trug die 1922 von Maurice Ravel geschaffene große Orchesterfassung wesentlich bei. 1931 erschien der Zyklus als Bestandteil von Mussorgskis „Sämtlichen Werken“, zahlreiche Neudrucke und Bearbeitungen für die unterschiedlichsten Instrumente und Ensembles – darunter auch die Orgel – folgten. Gleichfalls sind „die Bilder“ nicht ohne Einfluss auf die Bildende Kunst geblieben. Im Jahre 1928 übernahm der russische Maler Wassily Kandinsky den Auftrag für das Anhaltinische Theater Dessau, Mussorgskis Bilder einer Ausstellung in „bewegte Bilder“ umzusetzen.

Im Gedenken an den Künstler und Architekten Viktor A. Hartmann veranstaltete 1874 der St. Petersburger Architektenverein eine Hartmann- Gedenkausstellung in den Sälen der Akademie der Künste. Auf diese Ausstellung lässt sich die Konzeption des Mussorgskischen Werkes zurückführen, was dann auch in der endgültigen Betitelung des Zyklus seinen Niederschlag gefunden hat.

Ein Vergleich der Bilder einer Ausstellung mit ihren Vorbildern selbst lässt die Denkweise des Komponisten deutlicher erfassen. Schon die Auswahl des Materials ist aufschlussreich genug. Mussorgski entschied sich nämlich für eine Sammlung von Zeichnungen und Aquarellen, die Hartmann von seinen Auslandsreisen mitgebracht hatte. Es waren Skizzen aus dem Leben verschiedener Länder und Völker, Porträts zufälliger Passanten, Landschaftsbilder mit Baudenkmälern und Trümmern und ähnliches. Für Mussorgski, dessen Streben ständig dahin ging, das Leben, „wo immer es sich offenbart“, in Tönen wiederzugeben, war diese Bildersammlung ein rechter Ausgangspunkt zur Gestaltung eines umfassenden Panoramas der Wirklichkeit. Bezeichnenderweise war ihm aber der Themenkreis, den diese Kollektion umfasste, noch nicht weit genug: Er fügte auch noch manche Hartmannschen Arbeiten anderer Gattungen hinzu (Entwürfe zu einem Christbaumschmuck [Der Gnom]) und zu einer Stutzuhr (Die Hütte der Baba Jaga), Skizzen für Bühnenkostüme (Tanz der Küken in ihren Eierschalen) usw. Zur Realität gesellte sich Fantastik, insbesondere aus dem Bereich des russischen Volksmärchens, wie sie die Hexe Baba Jaga repräsentiert. Hinzu kam der wiederum von Hartmann stammende architektonische Entwurf zu einem Stadttor für die Stadt Kiew. So entstand eine bunte Galerie von Vorlagen.

Der Komposition liegt eine Art Suiten-Prinzip zugrunde, nur dass die Tänze der klassischen Suite durch „Bilder“ ersetzt wurden. Um die Vielfältigkeit des Lebens zu zeigen, hat Mussorgski zu schroffen, unvermittelten Kontrasten und einschneidenden Änderungen gegriffen. In einem losen Aufeinander hat er Freud und Leid, Humor und Tragik sowie Reflexionen über Leben und Tod zusammengeführt. Seine Absicht lag darin, eine Folge von Nationalcharakteren zu prägen, wobei er dem russischen Nationalcharakter eine führende Rolle zuwies. Dabei verschoben sich für ihn die Kategorien von Raum und Zeit: Neben zeitgenössischen Gestalten machen sich Bilder aus ferner Vergangenheit sichtbar – aus dem Mittelalter und aus dem altrussischen Kiewer Fürstentum.

Für die Klaviermusik des 19. Jahrhunderts waren die Bilder einer Ausstellung mit ihrer tiefgreifenden Erneuerung der musikalischen Ausdrucksmittel ein Sprung in ein neues, zu jener Zeit noch völlig unerforschtes Gebiet. Beginnend mit der das ganze Werk wie ein roter Faden durchziehenden „Promenaden-Melodie“, welche ans russische Bauernlied anknüpft und – wie es in der russischen Volksmusik üblich ist – mit einem Vorsänger beginnt und einen Chor antworten lässt („redender Gesang“), spannt sich ein großer Bogen bis zum Finale, einer Idee, den Ruhm des russischen Volkes mittels eines Bildes aus dem Leben des alten Kiew zu lobpreisen. In der Bewältigung des Epischen, des Erhabenen ist der Komponist hier seinem Zeitgenossen Borodin nahegekommen und als ein wahrhafter Nachfolger Glinkas aufgetreten. Das Werk schließt mit einer „Sinfonie“ von Glockenläuten und mit einer mächtigen Rekapitulation des Anfangsthemas ab.

Dietz-Rüdiger Moser


Literatur:

Unter Benutzung und Fortführung einer Erläuterung von Dr. Emilia Fried zu Mussorgskis »Bildern einer Ausstellung«, Moskau (Verlag Musik) 1982.

Die „Toteninsel“ in Malerei und Musik

Die Toteninsel lautet der Titel eines berühmt gewordenen Gemäldes von Arnold Böcklin, das der Schweizer Maler in den Jahren zwischen 1880 und 1886 nicht weniger als fünfmal gestaltet hat. In ihm verbinden sich eigene Landschaftseindrücke des Künstlers, vielleicht aus der Gegend um Dubrovnik, mit Jenseitsvorstellungen der Antike, besonders mit dem Glauben an den Fährmann Charon, der die Toten in seinem Fährboot über den Hades bringt.

Gattungsmäßig gehört das Bild zu den Landschaftsgemälden: „Aus dem Dunkel des kaum

bewegten Meeres ragen steile, magisch leuchtende Felsen in den finsteren Nachthimmel. Sie sind in Untersicht gegeben und fassen eine dichte Gruppe von Zypressen ein. Die eigentümliche Insel, fernab jeglicher Zivilisation, beherrscht das Bild und gliedert es symmetrisch. Rechts und links ist der Horizont des Meeres erkennbar, was den Eindruck der Verlassenheit betont. Spuren menschlicher Arbeit verraten die Hafeneinfahrt, die in den Fels gehauenen Grabkammern, die terrassenförmigen Befestigungen sowie das helle, mit dem Gestein geradezu verwachsene Mauerwerk links. Ein Kahn mit einem quer gelagerten Sarg, einer mumienartig in weiße Tücher gehüllten, statuenhaft wirkenden Rückenfigur und einem Fährmann gleitet langsam über das Wasser. Die Vorstellung vom leisen Geräusch der ins ruhige Wasser getauchten Ruder macht zugleich die Stille wahrnehmbar“ (Franz Zelger), die Böcklin eigenem Bekunden nach in diesem Bild ausgedrückt sehen wollte. Auf diesem Bild ist ein weihevoller und würdiger Abschied vom Leben inszeniert.

Das Thema wurde mehrfach in der Musik aufgegriffen. 1898 schrieb der schwedische Dirigent, Komponist und Musikorganisator Johan Andreas Hallén eine Symphonische Dichtung Die Toteninsel; im Jahr darauf, 1909, folgte eine entsprechende Komposition Sergei Rachmaninows (Ostrow mertwich), und schließlich widmeten sich Max Reger (Romantische Suite – vier Tondichtungen nach Arnold Böcklin, Nr. 3, Die Toteninsel), der Lisztianer Heinrich Schulz-Beuthen (Die Toteninsel) und der Brahms-Freund Felix Woyrsch (1860–1944) mit Drei Böcklin- Fantasien für großes Orchester op. 53 demselben Gegenstand.

Was Sergei Rachmaninow betrifft, war dieser dem Gemälde Böcklins 1907 auf einer Ausstellung in Paris (nach anderen: nur auf einem schwarz-weißen Foto) begegnet. Seine sinfonische Dichtung Die Toteninsel, welche er 1909 in Dresden fertigstellte und die de facto eine Fortführung von Wagners Vorspiel zu Tristan und Isolde darstellt (die „Suche nach der unendlichen Melodie“), beginnt mit der Vorstellung der Ruderschläge Charons bei Überquerung der Wasser des Styx, für die Rachmaninow eine bei ihm auch sonst auftauchende Figur im 5/8-Takt benutzt, nicht nur zur Kennzeichnung der Bewegungen des Wassers, sondern auch als Zitat aus dem »Dies Irae« der Totenmesse. Dann deutet er das Schweben zwischen Leben und Tod, also den fließenden Übergang in die jenseitige Existenz an. Man hat dem Werk einen eher resignativen und elegischen als den für die Gattung typischen dramatischen Fatalismus und eine gewisse Lautheit zugeschrieben, mit der sich Rachmaninow von den Intentionen Böcklins entferne.

Dietz-Rüdiger Moser


Literatur:

Franz Zelger, „Die Toteninsel“. In: Arnold Böcklin. Katalog zur Ausstellung der Öffentlichen Kunstsammlung Basel, des Musée d’Orsay Paris und der Neuen Pinakothek München, Heidelberg 2001
Rolf Andree: „Arnold Böcklin, die Gemälde“. Basel/ München 1977, 2. Auflage

„Petruschka “

Igor Strawinski, einer der vielseitigsten und einflussreichsten Komponisten des zwanzigsten Jahrhunderts, erlangte seinen ersten internationalen Ruhm mit drei Balletten, die er zwischen 1910 und 1913 für Diaghilews kurz vorher in Paris gegründetes Ballets Russes schrieb: Der Feuervogel, Le Sacre du Printemps und, im Jahre 1911, Petruschka. Die Uraufführung des Ballettes in einem Akt (vier Bilder) fand am 13. Juni

1911 unter dem Titel »Petrouchka« in Paris statt. Ursprünglich geplant als ein Konzertstück für Klavier und Orchester, erfuhr dieses Werk im Jahre 1947 eine Umarbeitung, die den geforderten Orchesterapparat verkleinerte und heute meist gespielt wird.

Im russischen Puppentheater ist Petruschka eine groteske, dem Kasperle oder Pulcinella vergleichbare Figur, häufig aus Stroh und einem kleinen Sack Sägemehl als Körper, mit langer Nase, roter Kleidung und einem Kolpak, einer spitzen Husarenmütze.

Die Handlung des Balletts spielt in St. Petersburg während der Maslenitsa, der Butterwoche – sieben Tagen voll ausgelassenen, karnevalesken Treibens vor dem Beginn der orthodoxen Fastenzeit, an denen die Menschen zwar kein Fleisch mehr, aber immerhin noch Milch verzehren dürfen. Auf dem Fest tritt ein Magier auf und zeigt drei Puppen – eine Ballerina, einen Mohren und eben Petruschka –, denen er vor den Augen der staunenden Menschen durch Zaubermusik aus seiner Flöte Leben einhaucht. Die drei vollführen auf sein Geheiß einen wilden Tanz (Danse russe) – aber mit dem Leben sind auch menschliche Leidenschaften in ihnen erwacht, und das Drama nimmt seinen Lauf. Petruschka, unglücklich über sein Puppendasein, liebt die Ballerina, die jedoch nur Augen hat für den starken, etwas einfältigen Mohren. In eine einträchtige, doch ein wenig schwerfällige Tanzszene der beiden im Zimmer des Mohren platzt Petruschka hinein und greift, voller Eifersucht, den ihm weit überlegenen Rivalen an. Es kommt, wie es kommen muss: Verfolgt vom Mohren, muss Petruschka fliehen, so schnell ihn die Beine tragen.

Wieder zurück auf dem Fest (La semaine grasse). Allerlei buntes Volk tritt auf: Händler, Schausteller, ein Bauer präsentiert einen Bären, Kutscher und eine Amme tanzen. Plötzlich tauchen Petruschka und der Mohr auf, in wilder Verfolgungsjagd: es kommt zum Duell, und der Mohr erschlägt Petruschka. Der Magier versucht die aufgebrachte Menge zu beruhigen – schließlich seien es doch nur Puppen, unter denen sich das Drama abgespielt habe! Doch abends, als er die unbrauchbar gewordene Puppe wegräumen möchte, erscheint ihm noch einmal drohend Petruschkas Geist.

lfm / Dietz-Rüdiger Moser


Die Cavaill é-Col-Mutin- Orgel

Diese Orgel stammt aus einer 1995 entweihten und zur Lagerhalle umgebauten Kirche in der Stadt Tourcoing (Nordfrankreich). Sie ist somit das größte Instrument der Firma Cavaillé-Coll-Mutin auf deutschem Boden. Zwei weitere, ursprünglich für andere Orte gebaute Orgeln stehen im Dom zu Osnabrück und in St. Bernhard zu Mainz. Aristide Cavaillé-Coll (1811–1899) gilt weltweit als einer der bedeutendsten Orgelbauer. Er überführte die klassische französische Bauweise, deren Grundprinzipien er bewahrte, in einen expressiven Instrumententyp, dem die orchestral- symphonische Orgelmusik in Frankreich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts (César Franck, Charles-Marie Widor, Louis Vierne) entspricht. Die typisierte Disposition der Cavaillé-Coll-Orgeln beeinflusst den internationalen Orgelbau, insbesondere bei großen Konzertinstrumenten, bis heute.

Zu den Erfindungen oder Weiterentwicklungen Cavaillé-Colls im Orgelbau zählen unterschiedliche Winddrücke innerhalb eines Registers, die überblasende Flöte (Flûte harmonique, Flûte octaviante) und der Einführungstritt (Appel).

Die meisten seiner großen Instrumente in den Kathedralen Frankreichs sind erhalten und stehen unter Denkmalschutz.

Charles Mutin (1861–1931) war Cavaillé- Colls Werksmeister und Compagnon. Er führte die Firma bis zu ihrer Auflösung 1931 ganz im Sinne ihres Gründers weiter.

Die (neue) Chororgel der Kieler St. Nikolaikirche ist ein repräsentatives Beispiel für die Orgelbaukunst Frankreichs im 19. Jahrhundert. Sie besitzt einen vollständig erhaltenen, mechanischen, „seitenspieligen“ Spielschrank. Außerdem ist sie zusätzlich mit dem Spieltisch der Hauptorgel elektrisch verbunden. Dadurch können beide Orgeln gleichzeitig gespielt werden. Die Vorrichtungen der elektrischen Doppeltraktur sind im denkmalpflegerischen Sinn eingebaut. Sie können mit wenigen Handgriffen wieder entfernt werden.


SACD 1

MODEST MUSSORGSKY (1839–1881)
Bilder einer Ausstellung · Pictures of an Exhibition
(Organ transcription by Hansjörg Albrecht)
1  Promenade  01:36  
2  Gnomus (The Gnome)  02:55  
3  Promenade  01:03  
4  Il vecchio castello (The Old Castle)  04:29  
5  Promenade  00:30  
6  Tuileries – Dispute d’enfants après jeux (Tuileries – Dispute between Children at Play)  01:03  
7  Bydlo (Cattle)  03:23  
8  Promenade  00:54  
9  Ballett der Küken in ihren Eierschalen (Ballet of the Unhatched Chicks)  01:32  
10  Samuel Goldenberg und Schmuyle (Samuel Goldenberg and Schmuyle)  02:07  
11  Limoges. Le marché (The Market at Limoges)  01:46  
12  Catacombae – Cum mortis in lingua mortua (The Catacombs – With the Dead in a Dead Language)  04:41  
13  Die Hütte der Baba-Yaga (The Hut of Baba-Yaga)  03:41  
14  Das große Tor von Kiew (The Great Gate of Kiev)  06:27  

SERGEI RACHMANINOV (1873–1843)
Die Toteninsel, Tondichtung op. 29
15  The Isle of the Dead, tone poem op. 29
(Organ transcription by Axel Langmann)
  21:33  

IGOR STRAVINSKY (1882–1871)
Drei Tänze aus „Petrouchka“
Three dances from the ballet “Petrushka” (Organ transcription by Hansjörg Albrecht)
16  Danse russe (Russian Dance)  03:44  
17  Chez Pétrouchka (Petrushka’s Cell)  05:28  
18  La semaine grasse (The shrove-tide)  13:04  

total 80 : 02
OehmsClassics Musikproduktion GmbH - Dantestraße 29 - 80637 München
Tel: 089 44 23 95 62 - Fax: 089 44 23 90 12
Email: info@oehmsclassics.de