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   Irma Issakadze: Johann Sebastian Bach: Goldberg-Variationen BWV 988
Komponist: Bach, Johann Sebastian
Preis: 20.99 €
Kat-Nr.: OC 628
Format: 2 SACD
  

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Irma Issakadze, 1976 in Tiflis, Georgien, geboren, stammt aus einer bedeutenden Musikerfamilie. Bereits mit neun Jahren debütierte sie mit Beethovens erstem Klavierkonzert in einem Konzert mit dem Georgischen Staatsorchester. Mit 14 Jahren wurde sie in die Klasse von Ludwig Hoffmann an der Musikhochschule München aufgenommen. Ihr Konzertexamen absolvierte sie bei Vladimir Krainev an der Musikhochschule Hannover. Ihre Konzerttätigkeit führt Irma Issakadze nach Spanien, Italien, Deutschland, Georgien, Frankreich, in die Schweiz und in die USA. Der NDR übertrug ein Konzert mit der Radiophilharmonie Hannover des NDR unter Eiji Oue. Mit ihrer Einspielung der Goldberg-Variationen präsentiert sich die junge Pianistin als Musikerin mit zwingender musikalischer Persönlichkeit in einer Interpretation, die auf der Basis des Wissens um die großen Leistungen der Interpretationsgeschichte dieses zentralen Werks einen eigenen Weg zwischen großer Pianistentradition und zeitgemäßer Rezeption des Notentextes findet. Die Aufnahme, in „echtem“ DSD aufgenommen, gemischt und gemastert, ohne Konvertierung aus dem PCM-Format, wurde in den renommierten mediaHYPERIUM Studios, Kalifornien, produziert und präsentiert auch aufnahmetechnisch den Stand des gegenwärtig Machbaren.

Das Sein im Spiegel des Kreises

Irma Issakadze spricht mit Marco Frei über die Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach

Von Bachs Goldberg-Variationen liegen bereits gewichtige Aufnahmen vor. Wie geht man als Interpretin damit um, Frau Issakadze?
Werke suche ich persönlich nach dem ersten Impuls aus. Wenn ich einen besonderen Zugang verspüre, habe ich bereits viele eigene Vorstellungen. Wenn ich dann Aufnahmen von anderen Interpreten höre, beeinflusst mich das nicht so sehr. Man hat bereits eine ausgeprägte Vorstellung von einem Werk. Es ist zwar interessant, einen anderen Aspekt zu sehen; wenn man aber einen eigenen Zugang hat, kann einen nichts erschüttern. Man hat genügend innere Kraft für den eigenen Weg.

Gewichtige Aufnahmen der Goldberg-Variationen gibt es von Glenn Gould.
Natürlich haben mich Goulds Einspielungen inspiriert. Er ist auf jeden Fall ein Pianist, den ich zutiefst verehre. Goulds Interpretationen prägen und beeinflussen sehr, ich habe mich aber irgendwann von Gould gelöst und seine Aufnahmen nicht mehr so oft angehört. Mein Interpretationsweg, den ich beschritten habe, ist ein ganz anderer.

Woran liegt das Ihrer Meinung nach?
Ich denke, dass es mit der Persönlichkeit zusammenhängt. Er war ein völlig anderer Mensch. Seine Geschichte hat mit mir wenig zu tun, was natürlich eine Rolle spielt. Wenn man die Einspielungen vergleicht, ist es eine ganz andere Art geworden – finde ich.

Das finde ich auch. Mir fällt vor allem Ihre recht freie Agogik innerhalb einzelner Variationen auf.
Meine Art des Spiels würde ich als eine Art Improvisation bezeichnen, was die von Ihnen beschriebene Agogik erklärt. Bachs Goldberg-Variationen sind für mich wie ein Organismus. Die Atmung ändert sich, auch wir Menschen reagieren auf verschiedene Art und Weise. Ich möchte dieser Atmung, dem inneren Fluss folgen. Wenn mich dann eine konkrete Stelle hineinzieht, entsteht diese agogische Freiheit.

Was ist Ihr Zugang zu den Goldberg-Variationen? Ich habe eine sehr innige Beziehung zu dem Werk. Ein Ausdruck, der mir einfällt, ist „ein Herz und eine Seele.“ Wie man über einen Menschen sprechen würde, der einem sehr nahe steht. So geht es mir mit den Goldberg-Variationen. Seit über zehn Jahren beschäftige ich mich intensiv mit ihnen; als ich damit anfing, war ich achtzehn Jahre alt. Sie sind eine unerschöpfliche Quelle für mich. Sie eröffnen einem immer neue Perspektiven und neue Ideen.

Welche wären?
Mich erinnern die Goldberg-Variationen an das „principium grande“ des deutschen Frühaufklärers Gottfried Wilhelm Leibniz: „Nichts ist ohne Grund.“ Daraus resultiert eine ungeheure Wirkung, die von dem Werk ausgeht. Am Anfang ist eine selbstverständliche, einfache Klarheit, und schon entwickelt sich etwas, das uns hineinzieht in Überlegungen, uns fesselt und uns emotional auch aufwühlt. Es gibt keine Emotion, keine menschliche Eigenschaft, die nicht in dem Werk ist – ob Freude, Euphorie, Trauer, Schmerz, Kraft oder Strenge. Und doch geht von dem Werk stets eine innere Ruhe aus, es vermittelt inneren Frieden.

Wie drückt sich das aus?
Es entsteht eine Art Ewigkeit, als gäbe es überhaupt kein Ende. Meiner Meinung nach gibt es in den Variationen kein Streben nach einem Ziel, was auch mit der Form des Kreises zu tun hat.

Sie meinen die Rückkehr der Aria des Anfangs am Ende des Werks?
Ja, genau. Ein Kreislauf, ein Zyklus – auch des Lebens. Das ist entscheidend in der Natur und in unserem Leben, der Kreislauf spielt eine sehr große Rolle. Die Wanderung von der Aria zur Aria symbolisiert so gesehen auch unser Leben. Es ist keine eigentliche Rückkehr, denn der Punkt, an den wir zurückkehren, hat eine andere Bedeutung als noch am Anfang. Man hat sich verändert, und der Weg, den man gegangen ist, prägt einen. All dies symbolisiert für mich fast schon das Sein an sich.
Das ist auch eine durchaus religiöse Sicht, oder?
Ich bin ein sehr religiöser Mensch, und natürlich ist das Religiöse bei Bach nichts Überraschendes – das ist sehr präsent. Ich begründe dies auf jeden Fall mit der besonderen Präsenz von Religion und Gott. Als gläubiger Mensch könnte man aus Leibniz’ Ausspruch „Nichts ist ohne Grund“ auch „Nichts ist ohne Gott“ machen. Ich meine, dass viele Meisterwerke diesen so gemeinten Kreislauf und dieses Urthema in sich haben – nicht nur in der Musik, sondern auch in anderen Künsten.

Seit wann beschäftigen Sie sich mit Bach?
Mit Bach habe ich mich schon beschäftigt, als ich sechs oder sieben Jahre alt war. Ich habe mit dem Wohltemperierten Klavier angefangen. Damals hat mir mein Vater die Noten weggenommen, weil er der Meinung war, dass es noch zu früh sei (lacht). Aber dann mit dreizehn oder vierzehn, nach dem Umzug meiner Familie von Georgien nach Deutschland, habe ich mich wieder intensiv mit Bach beschäftigt.

Warum gerade dann?
Ich habe mich damals von vielen Einflüssen gelöst, auch künstlerisch. Ich komme ja aus einer bekannten georgischen Musikerfamilie. Was mir sehr geholfen hat, war der Umzug nach Deutschland. Die Familie war einfach sehr beschäftigt mit alltäglichen Dingen. Der Umzug war eine ziemliche Umstellung, wie Sie sich vorstellen können. In Deutschland habe ich erstmals selbstständig studiert, zuvor hatten mich oft auch meine Eltern unterrichtet.

War es für Sie belastend, einer bekannten Musikerfamilie zu entstammen?
Es kann sehr schwierig sein. Man braucht auf jeden Fall eine starke, individuelle künstlerische Persönlichkeit, um sich durchzusetzen. In Deutschland stand ich quasi alleine im guten Sinne, was mir sehr viel gebracht hat. Dann kam ich zu Ludwig Hoffmann, der mir viel zu Bachs Stilistik erklärte. Später habe ich mich geweigert, mich zu sehr von meiner Familie beeinflussen zu lassen. Natürlich waren die familiären Einflüsse gut, positiv und auch sehr wichtig, aber das Moment des Lösens ist wahnsinnig wichtig; dass man eben seinen eigenen Weg findet. Ich glaube, dass mir das gelungen ist – und dies vor allem mit Hilfe der Arbeit an Bach.


SACD 1

Johann Sebastian Bach (1685–1750)
Goldberg-Variationen BWV 988
Aria mit 30 Veränderungen „IV. Teil der Clavier-Übung“
1  Aria  04:18  
2  Variation 1  01:38  
3  Variation 2  01:33  
4  Variation 3  02:16  
5  Variation 4  01:06  
6  Variation 5  01:17  
7  Variation 6  01:25  
8  Variation 7  02:26  
9  Variation 8  01:47  
10  Variation 9  01:35  
11  Variation 10  01:46  
12  Variation 11  02:14  
13  Variation 12  02:18  
14  Variation 13  05:52  
15  Variation 14  02:01  
16  Variation 15  05:51  

total 39 : 53

SACD 2
1  Variation 16  02:53  
2  Variation 17  02:30  
3  Variation 18  01:36  
4  Variation 19  01:19  
5  Variation 20  01:46  
6  Variation 21  03:27  
7  Variation 22  01:42  
8  Variation 23  02:03  
9  Variation 24  02:24  
10  Variation 25  09:44  
11  Variation 26  01:57  
12  Variation 27  01:59  
13  Variation 28  02:32  
14  Variation 29  02.15  
15  Variation 30  02:24  
16  Aria  04:20  

total 45 : 24

Rezensionen

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Datum: 14.07.2009Ort: Bewertung:
Rezension zu: Issakadze, Irma: Johann Sebastian Bach: Goldberg-Variationen BWV 988

Ohne Angabe (Anonym)
Sehr interesant!

Datum: 23.07.2008Ort: Bewertung:
Rezension zu: Issakadze, Irma: Johann Sebastian Bach: Goldberg-Variationen BWV 988

Durchschnittliche Bewertung:
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