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Heinrich Ignaz Franz Biber: Violin Sonatas No. 3, 5, 6 · Partia III
Luciano Berio: Excerpts from „Duetti per due violini“ · Sequenza VIII
Lyriarte · Rüdiger Lotter, violin · Irvine Arditti, violin
Der Geiger Rüdiger Lotter, der mit seinem Ensemble Lyriarte zu den Aufsteigern der Alte-Musik-Szene zählt, hat die Zeichen der Zeit erkannt: Zunehmend kommt es im Konzertleben zum direkten Austausch zwischen Protagonisten der historisch informierten Interpretationspraxis und der so genannten „Neuen Musik“. Als Dialogpartner für seine neue CD wählte Rüdiger Lotter den Geiger Irvine Arditti, der als Gründer des weltweit renommiertesten Streichquartetts für Neue Musik Geschichte geschrieben und beeinflusst hat. Auf dieser SACD hören wir die Interpreten sowohl mit Solowerken auf ihrem jeweiligen „Heimat-Terrain“ als auch in Duokompositionen von Biber und Berio, wo sich die interpretatorischen Positionen direkt im Zusammenspiel begegnen. Eine spannende Hörerfahrung, die zeigt, wie eng doch letztlich die musikalischen Bezüge über alle epochalen Grenzen hinaus gespannt sind!
„Zweifellos habe ich in meinem ganzen Leben einen Schatz verschiedenartigster Erfahrungen
zusammengetragen, wobei ich mich immer darum bemüht habe, praktische Erfahrungen im Umgang mit musikalischem Material zu machen, sei es solches der Vergangenheit, sei es solches der Gegenwart. Es mag sein, dass dies Verlangen,
alles zu kennen und zu beherrschen, in gewissem Sinne faustisch ist – ich weiß noch nicht, ob und wie ich dafür bezahlen muss oder ob schon jemand statt meiner dafür büßt.“
Luciano Berio
Das Abendrot des Historismus
in der Musik
von Rüdiger Lotter
Was vom staunenden Publikum in seinen Anfängen bestenfalls
mit Verwunderung aufgenommen
wurde, hat sich mittlerweile zur allgemeinen Lehrmeinung aufgeschwungen,
die Idee nämlich, Musik vergangener Gesellschaftsformen historisch informiert aufzuführen. Dabei gelangten Musiker zu der Erkenntnis, dass es durchaus sinnvoll
sein kann, sich dem Notentext nicht nur auf werkimmanente Weise zu nähern, sondern darüber hinaus auch noch auf die Erkenntnisse der Musikwissenschaft zurückzugreifen. Das hat eine Tür aufgestoßen
zu einer ganz neuen Sicht auf die großen Meisterwerke der Musikgeschichte.
Althergebrachte Interpretationsmodelle
wurden erst einmal grundsätzlich
in Frage gestellt, um sie dann mit großer Genugtuung beiseite zu räumen. Man denke nur – stellvertretend für andere – an die Einspielung der Brandenburgischen
Konzerte von Johann Sebastian Bach durch Musica Antiqua Köln und ihren Vordenker Reinhard Goebel. Das war neu, war provozierend, rief Widerspruch hervor, und hier wurde in beispielhafter Weise eine Diskussionsgrundlage geschaffen für einen Schlagabtausch, der in dieser Form bis dahin überhaupt nicht stattgefunden hatte. Dieser sich bereits in den sechziger Jahren abzeichnende Prozess führte bald zu einer erbitterten Konfrontation der sich herausbildenden Lager:
Auf der einen Seite formierte sich eine beständig wachsende Zahl von glühenden Verfechtern der historischen Aufführungs-praxis, die in ihrer extremen Ausformung nahezu jedem Wink der sogenannten Quellen
mit einer uns heute schon grotesk anmutenden Akribie nachgingen. Auf der anderen Seite thronte gewissermaßen das Establishment der ernsten Musik, staatlicherseits
als Kulturorchester und Musikhochschule
in feste Form gegossen. Die dort kulturschaffenden Musiker galten der Gegenseite als strukturkonservative Kräfte, die mit selbstverständlicher Arroganz an ihrem musikalischen Weltbild festhielten und die Vertreter der historischen Aufführungspraxis
als Musiker zweiter Klasse herabwürdigten.
Heute gibt es nur noch vereinzelt Musiker,
die die Errungenschaften der historischen
Aufführungspraxis nicht für sich in Anspruch nehmen möchten. Das Feindbild auf beiden Seiten ist verschwunden, die These der Antithese gewichen. Kaum noch ein traditionelles Orchester, das sich mit Barockmusik auf die Bühne traut, wenn nicht einer der ehemals heftig
bekämpften Alte-Musik-Vordenker ihnen die Welt erklärt. Historische Aufführungspraxis ist schick und à la mode und die Frage nach dem tieferen Sinn dieser Entwicklung
lässt sich auch mit den veränderten Hörgewohnheiten des Konzertgängers und damit verbunden mit der Bedienung eines Marktsegments beantworten, an dem alle in irgendeiner Weise teilhaben wollen. Spätestens als Nikolaus Harnoncourt vor ein paar Jahren die Wiener Philharmoniker
durchs Neujahrskonzert führte, wurde offenbar, dass sich die erbitterten Gegner von einst auf einen gemeinsamen Nenner geeinigt zu haben schienen.
Im Zuge dieser Entwicklungen findet sich plötzlich manch international gefragter Solist unerwartet in der Rolle des aufbegehrenden
Revoluzzers, nur weil er die Werke des Barock und der Klassik immer noch so spielt, als seien die Entwicklungen der vergangenen 50 Jahre spurlos an ihm vorübergezogen.
Die Erwartungshaltung des Konzertgängers hat ihn gewissermaßen von links überholt und rügt den renitenten Künstler
kopfschüttelnd ob seiner altmodischen Interpretationshaltung: „So kann man Bach heute ja nicht mehr spielen!“ Aber warum kann man heute nicht mehr so spielen? Man konnte doch früher auch! Gibt es überhaupt ein Recht der Komposition auf historische Aufführungspraxis?
Vielleicht gibt es ein Recht der Komposition
auf eine ihrem inneren Gehalt gerecht werdende Ausführung. Wenn man das Postulat ernst nimmt, Musik sei Klangrede, was man mit einigem Recht für die Instrumentalmusik
des 17. und 18. Jahrhunderts annehmen darf, dann erfordert diese Musik eine profunde Kenntnis der jeweiligen Syntax
ebenso wie das Wissen um richtige Aussprache und Betonung. Unkenntnis führt hier nicht selten zu Unverständlichkeit.
Zur Interpretation der hier vorgelegten
Violinsonaten von Biber beispielsweise scheint es unerlässlich, sich der Werkzeuge
der historischen Aufführungspraxis zu bedienen, weil sich über diesen Ansatz aus der Komposition neben aller Virtuosität auch eine emotionale Tiefe herauslesen lässt, die ohne solche Kenntnisse sicher verborgen bliebe.
Wo aber liegt die Zukunft der historischen Aufführungspraxis, jetzt, da alles erreicht, das Publikum umerzogen ist und es nichts mehr zu bekämpfen gibt? Will man sich mit immer feineren wissenschaftlichen Methoden
einer Komposition nähern, und wenn ja, warum? Liegt in der beständigen Wiederbelebung
und Wiederaufführung von Werken längst vergessener Komponisten ein Wert an sich, und wenn ja, in welchem Kontext stehen diese Kompositionen dann in Bezug auf unsere Gesellschaft?
Vielleicht leuchtet uns bereits das Abendrot eines Historismus in der Musik entgegen, der spätestens mit der Jugendmusikbewegung
der 1920er Jahre seinen Anfang genommen hat. Anzeichen dafür gibt es durchaus, zum Beispiel wenn man sich anschaut, welche Entwicklung die bislang vom Publikum eher wohlgelittene zeitgenössische Musik zu nehmen scheint. Gerade das jüngere Publikum spricht in besonderer Weise auf sie an. Die Donaueschinger
Musiktage sind inzwischen Jahr für Jahr ausverkauft, ja werden regelrecht gestürmt. Wer Festivals wie „Musica“ in Straßburg oder „Wien modern“ kennt, weiß von einem enormen Publikumsandrang, von ausverkauften Sälen, von traumhaften Auslastungszahlen zu berichten – vor allem aber von blühenden Interesse und quicklebendiger
Atmosphäre. Und es entstehen erste Kooperationen zwischen den Vertretern
beider Enden des Ernste-Musik-Spektrums:
So arbeitet zum Beispiel das Freiburger
Barockorchester seit einiger Zeit eng mit dem Ensemble Recherche zusammen.
Die Ernst-von-Siemens Musikstiftung vergab im Jahr 2005 Kompositionsaufträge, die sich konkret auf ein Ensemble für historische
Aufführungspraxis bezogen. Der Komponist Jörg Widmann sieht in seiner neuen Komposition Echo-Fragmente gleich zwei Orchester vor, ein Sinfonieorchester und ein Barockorchester. Es scheint sich ein Trend abzuzeichnen, bei dem Alt und Neu in einer Avantgarde ganz eigener Art zusammenfinden.
Auch die vorliegende Aufnahme weist in diese Richtung:
Mit Lyriarte treffen drei Spezialisten der Alten Musik auf einen der bekanntesten und bedeutendsten Spezialisten für Neue Musik, Irvine Arditti, der mit seinem nach ihm benannten Streichquartett Musikgeschichte
geschrieben und beeinflusst hat.
Kompositionen von Heinrich Ignaz Biber und Luciano Berio werden gegenübergestellt
und interagieren durch spezielle Aneinanderreihung der Werke miteinander. Dabei ergeben sich unerwartete Zusammenhänge
zwischen den immerhin um 300 Jahre auseinander liegenden Kompositionen.
Und die Bewertungsmaßstäbe verschieben
sich; ein Werk etwa wie die 1976 entstandene Sequenza für Violine solo von Luciano Berio erfährt im Kontext einer der 1681 geschriebenen Sonaten a violino solo e basso von Biber eine Relativierung ihrer Modernität. Umgekehrt wirken die Kompositionen
von Biber in Gegenüberstellung mit Kompositionen Berios überraschend aktuell.
Durch die Hinzunahme einer Auswahl der zwischen 1979 und 1983 entstandenen Duetti für zwei Violinen von Luciano Berio und einer Partia der auf 1696 datierten Partiensammlung
Harmonia artificioso-ariosa von Heinrich Ignaz Biber wurde zudem die Möglichkeit eröffnet, die Ausführenden mit dem jeweils anderen Fachgebiet zu konfrontieren
und zugleich gewissermaßen einen roten Faden durch das Programm zu spinnen. In diesem Sinne spielt Rüdiger Lotter zusammen mit Irvine Arditti eine Auswahl der Duette von Luciano Berio, während Irvine Arditti umgekehrt das Experiment
wagt, sich gemeinsam mit Lyriarte auf eine (skordiert geschriebene) Partia der Partiensammlung von Heinrich Ignaz Biber einzulassen. Damit soll aber nicht das von Luciano Berio im Zitat angedeutete
„faustische Verlangen“ unterstrichen werden, alles kennen und beherrschen zu wollen. Vielmehr lässt sich diese Aufnahme als eine Möglichkeit betrachten, den Blick in die Zukunft zu richten und, statt immer wieder das Gegenwärtige im Vergangenen zu spiegeln, einmal genau den umgekehrten
Weg einzuschlagen.
Luciano Berio
Luciano Berio (* 24. Oktober 1925 ,† 27. Mai 2003 ) wurde in Oneglia, Italien geboren.
Vater und Großvater, beide Organisten,
lehrten ihn das Klavierspiel. Nach dem Krieg studierte Berio am Mailänder Konservatorium
bei Giulio Cesare Paribeni und Giorgio
Federico Ghedini. Durch eine im Krieg verletzte Hand am Klavierspiel gehindert, konzentrierte er sich auf das Komponieren. 1947 fand die erste öffentliche Aufführung eines seiner Werke statt, einer Suite für Klavier. Zu dieser Zeit verdiente Berio seinen
Lebensunterhalt mit der Begleitung von Gesangsklassen; dabei lernte er die amerikanische
Sopranistin Cathy Berberian kennen,
die er 1950 heiratete. 1951 ging Berio in die Vereinigten Staaten, um in Tanglewood bei Luigi Dallapiccola zu studieren, der sein Interesse an serieller Musik weckte. Später nahm er an den Darmstädter Ferien-kursen für Neue Musik teil, wo er Pierre Boulez, Karlheinz Stockhausen, György Ligeti und Mauricio Kagel kennen lernte. Er begann, sich für elektronische Musik zu interessieren, und gründete zusammen mit Bruno Maderna in Mailand das Studio di Fonologia Musicale, ein Studio für elektronische
Musik. 1960 kehrte Berio als „Composer
in Residence“ nach Tanglewood zurück, und 1962 nahm er auf Einladung von Darius Milhaud eine Lehrstelle am Mills College in Oakland (Kalifornien) an. 1965 begann er, an der Juilliard School zu unterrichten, wo er das Juilliard Ensemble gründete, das sich der Aufführung zeitgenössischer
Musik widmet. Währenddessen arbeitete Berio stetig an seinen Kompositionen.
1966 gewann er den Italian Prize für Labyrintus II, 1968 wurde mit großem Erfolg sein wohl bekanntestes Werk, die Sinfonia aufgeführt.1972 kehrte Berio wieder nach Italien zurück. Von 1974 bis 1980 war er Direktor
der Abteilung für Elektroakustik am IRCAM in Paris. 1987 gründete er in Florenz das Tempo Reale, ein Zentrum mit ähnlicher
Ausrichtung wie das IRCAM.Von 1994 bis 2000 war er „Distinguished Composer in Residence“ in Harvard. Er komponierte bis an sein Lebensende. Luciano Berio starb 2003 in Rom.
Heinrich Ignaz Franz Biber
Heinrich Ignaz Franz Biber (* 12. August 1644, † 3. Mai 1704): Der Ort seiner musikalischen
Ausbildung ist nicht gesichert. Sein Name taucht in Quellen erstmalig am erzbischöflichen Hofe zu Olmütz und Kremsier
auf, wo Karl Graf Liechtenstein Kastelkorn
regierte und eine vorzügliche und wohlversorgte Kapelle unterhielt. Obwohl Biber sich offenkundig der Gunst seines Herrn erfreute, verließ er seine Stellung unter merkwürdigen und nicht geklärten Umständen im Jahre 1670. Nach Briefen Schmelzers an den Erzbischof, die uns auch das Datum seines Wegganges an die Hand geben – man nahm lange Zeit das Jahr 1676 dafür an –, scheint er beauftragt gewesen zu sein, bei dem berühmten Geigenbauer Jakob Stainer in Absam in Tirol Instrumente
abzunehmen, zog es aber vor, nicht mehr zurückzukehren, sondern nahm bald Dienst bei dem Erzbischof von Salzburg. Schmelzer
schreibt von einem „schändlichen Mißbrauch
des Kammerdiener Franz Bibers“; er habe sich »insalutato hospite« empfohlen. In den ersten, seinem neuen Brotherrn Erzbischof
Maximilian Gandolf Graf Khuenburg im Jahre 1676 gewidmeten Sonaten bezeichnet
sich Biber als „musicus et cubicularius“. Ab 1677 war er Lehrer der Dom-Singknaben im Figuralgesang; 1684 wurde er Präfekt des Sängerknaben-Instituts. Seine Ernennung zum Vizekapellmeister erfolgte am 12. Januar
1679. Am 6. März 1684 wurde er in das Hauptkapellmeisteramt berufen und erhielt zudem den Titel eines Truchsessen. 1690 wurde er vom Kaiser geadelt. Gerade die beiden Kompositionszyklen für Violino solo e basso, die 1681 in Nürnberg erschienenen 8 Sonaten und die wahrscheinlich auf 1684 zu datierenden sogenannten Rosenkranzsonaten
gelten als Gipfel der Violinkunst des 17. Jahrhunderts.
Irvine Arditti
Neben seiner außergewöhnlichen Karriere als Primus des Arditti Quar-tetts setzt Irvine Arditti seine Tätigkeit als überragender Solist weiter fort. Geboren 1953 in London, begann Irvine Arditti seine
Ausbildung an der Royal Academy of Music im Alter von 16 Jahren. Er wurde 1976 vom London Symphony Orchestra engagiert; zwei Jahre später im Alter von 25 Jahren wurde er zum stellvertretenden Konzertmeister des Ensembles berufen. Er trennte sich 1980 vom Orchester, um dem Arditti-Quartett, das er als Student gegründet
hatte, mehr Zeit widmen zu können.
Im vergangenen Jahrzehnt hat Irvine Arditti
eine Vielzahl von Weltpremieren großer Werke aufgeführt, die für ihn komponiert worden sind, darunter Xenakis Dox Orkh und Hosokawas Landscape III, beide für Violine und Orchester, sowie Ferneyhoughs Terrain, Francesconis Riti Neurali, Dillons Vernal Showers
und Harveys Scena, letztere für Violine und Ensemble. Er ist mit zahlreichen renommierten
Orchestern und Ensembles aufgetreten,
wie dem BBC Symphony Orchestra, dem Rundfunkorchester Berlin, dem Royal Concertgebouw Orchestra, den Münchner Philharmonikern, der Jungen Deutschen Philharmonie, dem Orchestre National de Paris, dem Rotterdam Philharmonic, Het Residentie
Orkest, dem Asko-Ensemble, Nieuw Ensemble, Schoenberg Ensemble, London Sinfonietta und Contrechamps.
Seine Kontakte zu zeitgenössischen Komponisten haben viele von ihnen so begeistert,
dass sie seine Konzertaufführungen
nicht verpassen wollten, beispielsweise
seine israelische Premiere von Gubaidulinas
Offertorium in Jerusalem oder seine Tanglewood-Aufführung von Dutilleuxs Violinkonzert,
beide 1998. Ligeti hat Arditti seine
Dankbarkeit dafür ausgedrückt, dass er seine tiefe Erfahrung mit zeitgenössischer Musik in die Interpretation von Ligetis Violinkonzert
eingebracht hat.
ENSEMBLE LYRIARTE
Rüdiger Lotter
Der Barockgeiger Rüdiger Lotter hat sich innerhalb weniger Jahre als einer der führenden und vielseitigsten Vertreter seines Faches etabliert. Mit dem Ensemble Lyriarte, das er im Jahr 2000 gemeinsam
mit der Cembalistin Olga Watts gründete, wurde er 2001 bim 6. internationalen
Wettbewerb „Premio Bonporti“ in Rovereto (Italien) und 2002 beim internationalen
Heinrich-Schmelzer-Wettbewerb in Melk (Österreich) jeweils mit einem Zweiten
Preis ausgezeichnet. Das Ensemble Lyriarte ist in Deutschland und Europa Gast bei zahlreichen wichtigen Konzertveranstaltern
und Festivals.
2005 erhielt Rüdiger Lotter einen Exklusivvertrag
beim Label OehmsClassics. Die ersten entstandenen CDs mit Violinsonaten
von Veracini und Geminiani sowie mit Bibers Mysteriensonaten stießen in der Fachpresse auf große Resonanz. So erkor
die FAZ-Redaktion seine Einspielung der Mysteriensonaten in ihre Auswahl der CDs des Jahres 2005. Im Rahmen seiner Beschäftigung mit den Mysteriensonaten stieß Rüdiger Lotter über die Entschlüsselung
der Scordatura Bibers auf bislang unbekannte
Zusammenhänge zwischen dem Werk Bibers und den Lehren Johannes Keplers, die er in einem Artikel in der Zeitschrift
Concerto publizierte. Seine Aufnahme
der Sonaten Veracinis und Geminianis stellte die amerikanische Zeitschrift Fanfare
neben Einspielungen Fabio Biondis und Giuliano Carmignolas.
Neben seiner Tätigkeit im Ensemble Lyriarte
ist Rüdiger Lotter auch als Konzertmeister
in verschiedenen Orchestern sehr gefragt. Eine Zusammenarbeit mit Concerto Köln, das er von der Konzertmeisterposition aus leitete, führte sofort zur Wiedereinladung
für weitere Projekte. Seit 2006 ist er auch Konzertmeister des Orchesters der Ludwigsburger Schlossfestspiele, welches er in den nächsten Jahren gemeinsam mit dem Dirigenten Michael Hofstetter neu aufbauen wird. Zudem ist er Konzertmeister
und gemeinsam mit Christoph Hammer künstlerischer Leiter der Neuen Hofkapelle München. Auch als Solist macht sich Rüdiger
Lotter zunehmend einen Namen; so gab er im August 2006 zusammen mit Musica Antiqua Köln sein Debüt im Concertgebouw Amsterdam.
Ein weiteres Tätigkeitsfeld Rüdiger Lotters
ist die Weitergabe seines Wissens um historische Aufführungspraxis an Orchester.
So luden ihn das Teatro Di Liceo Barcelona,
das Orchester der Flaamse Opera Antwerpen-Gent oder die Junge Deutsche Philharmonie zu Workshops und Coachings ein. 2007 wird Rüdiger Lotter eine Vertretungsprofessur
an der staatlichen Hochschule
für Musik Trossingen übernehmen.
Olga Watts
Die Cembalistin wurde 1973 in Moskau geboren,
studierte erst am Moskauer Konservatorium
Klavier und Musikwissenschaft und später an der Hochschule für Musik in München Cembalo bei Prof. Lars Ulrik Mortensen und Christine Schornsheim. 1998 schloss sie ihr Diplom
mit Auszeichnung ab. Meisterkurse bei Menno van Delft und Bob van Asperen und Zusammenarbeit
mit Reinhard Goebel, Franz Brüggen
und Thomas Hengelbrock gaben ihr weitere wichtige Anregungen. Sie wirkte in verschiedenen
europäischen Kammerorchestern mit.
1997 gewann sie in Bayern den ersten Preis als Nachwuchskünstlerin des Jahres im Bereich historische Aufführungspraxis.
Olga Watts ist eine gefragte Spezialistin auf dem Gebiet des Generalbasses und der Kammermusik; u.a. war sie offizielle Cembalobegleiterin
des Münchner ARD-Wettbewerbs und des Leipziger Bachwettbewerbs 2002.
Axel Wolf
Axel Wolf studierte bei Hans Michael Koch und Rolf Lislevand. Mit dem Ensemble „La Sfondrata“ ist er Preisträger beim Internationalen
Wettbewerb für Alte Musik Ensembles
1992 in Utrecht/NL. Seine Konzerttätigkeit
führte ihn auf internationale Festivals in Boston, Brügge, Utrecht, Prag, Glasgow und Innsbruck, nach Rom, Tokio, New York und Tel Aviv, als Solist oder mit Ensembles wie der Musica Fiata Köln, dem Freiburger Barockorchester,
Ars Antiqua Austria und dem Gabrieli Consort & Players London. Er arbeitet mit Dirigenten
wie Peter Schreier, Lajos Rovatkay, Paul McCreesh, Hermann Max und Alan Curtis
zusammenv. An der Bayerischen Staatsoper
in München ist er häufiger Gast unter dem Dirigat von Harry Bicket oder Ivor Bolton. Von 1986 bis 2003 lehrte er an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Die erste Solo-CD beinhaltet Werke für Laute und Chitarrone von Alessandro Piccinini. Dem folgte die Einspielung
von Lautenwerken Johann Sebastian
Bachs neben zahlreichen CD-Produktionen als Continuospieler und Begleiter.
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