Jarnot, Konrad
09.09. Tokyo, Bunka Kaikan
Singer Pur
10.09. Schneeberg (D), St. Wolfgangskirche
Schuch, Herbert
10.09. Mattsee (A) Diabelli-Festival
Glemser, Bernd
10.09. Kloster Maulbronn - Laienrefektorium - FAUST QUARTETT / DIMITRI ASHKENAZY Klarinette
11.09. Kloster Maulbronn - Laienrefektorium - Duo-Abend GUIDO SCHIEFEN Cello - BERND GLEMSER
Duo Walachowski
11.09. Lehmen, Lehmener Sommer
 
 

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   orpheus chor münchen / Neue Hofkapelle München: Musik am Münchner Hof
Komponist: Kerll:, Johann Kaspar / Steffani, Agostino
Preis: 9.99 €
Kat-Nr.: OC 358
Format: CD

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Johann Kaspar Kerll: Missa Nigra
Agostino Steffani: Laudate Pueri
orpheus chor münchen · Neue Hofkapelle München
Gerd Guglhör,
conductor
Gerlinde Sämann soprano
Constanze Backes soprano
Alan Dornak altus
Robert Sellier tenor
Hermann Oswald tenor
Thomas Hamberger bass-baritone

Die Aufnahmen von Werken der Münchner Komponisten Johann Kaspar Kerll (1627–1693) und Agostino Steffani (1674–1728) lassen die hohe musikalische Kultur am Münchner Hof in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts erlebbar werden.

Gerlinde Sämann
Die Sopranistin Gerlinde Sämann wurde 1969 in Nürnberg geboren. Sie studierte am Richard-Strauss-Konservatorium in München Klavier und Gesang und arbeitete mit Lehrern wie Karl-Heinz Jarius, Henriette Meyer-Ravenstein und Selma Aykan. Außerdem absolvierte sie eine Ausbildung zur Atemtherapeutin nach Ilse Middendorf. Ihr Repertoire reicht von historischen Werken über Lied und Oratorium bis hin zu Avantgarde und zeitgenössischem Musiktheater. Für ihre künstlerische Arbeit erhielt sie im Jahre 2000 ein Stipendium der Landeshauptstadt München. Mit dem Dresdner Kreuzchor, dem Choeur de Chambre Accentus, dem Mittelalter-Ensemble Estampie, Armonico Tributo Austria, Arsyis Bourgogne, u. a., trat Gerlinde Sämann in renommierten Festivals als Solistin auf (Styriartres, “La folle journée” de Nantes, Festa da Musica Lissabon, Festival de Vezelay Bourgogne etc.). Zahlreiche Radioaufnahmen und CDs sind im In- und Ausland entstanden.

Constanze Backes
Constanze Backes, geboren in Bochum, studierte an der Folkwang-Hochschule Essen sowie privat bei Jessica Cash in London. Hier erhielt sie 1996 den Lady-Nixon- Förderpreis für junge Sänger und trat dem Monteverdi-Choir bei. Unter dessen Leiter Sir John Eliot Gardiner sang sie in Opernproduktionen und bei semikonzertanten Aufführungen in Paris, Parma, Amsterdam und Ludwigsburg. In England arbeitete sie auch mit Dirigenten wie Paul McCreesh, Robert King, Rene Jacobs, Simon Standage u. a. In Deutschland konzentriert sich ihre Arbeit ebenfalls auf die Interpretation von Werken der Renaissance und des Barock. Als Mitglied der Ensembles Musica Fiata, des Gesualdo Consort Amsterdam, Alte Musik Dresden und anderen war sie an zahlreichen CD-Produktionen beteiligt. Im zweiten Jahr in Folge gab Constanze Backes 2003 einen Meisterkurs in Warschaus Wilanow-Sommerakademie.

Alan Dornak
Alan Dornak wurde in Texas geboren und machte 1996 zunächst an der Sam Houston State University seinen Abschluss im Fach Tenor. Angeregt durch einen Meisterkurs, den er bei Michael Chance absolvierte, wechselte er zum Altus. Alan Dornak war Stipendiat der Horst und Gretl Will-Stiftung, und konnte Dank dieser ein Zusatzstudium im Fach Altus an der Hochschule für Musik Dresden abschließen. Bereits unmittelbar nach seinem Fachwechsel trat er als Solist mit dem Dresdener Kammerchor, dem Dresdener Kreuzchor, den Kapellknaben der Hofkirche Dresden, dem Ensemble Alte Musik Dresden, dem Sächsischen Vocalensemble, dem Weimarer Barockensemble, der Berliner Lautten Compagney, der Akademie für Alte Musik Berlin und der Capella Orlandi Bremen auf. Alan Dornak debütierte 2001 als Altus mit der Berliner Kammeroper und war bei den Musikfestspielen Dresden und Potsdam- Sanssouci zu hören. Im März 2003 sang er Stabat Mater von G. B. Pergolesi mit Saint Alban’s Festival Choral Society in NYC.

Robert Sellier
Robert Sellier, geboren 1979 in München, erhielt seinen ersten Gesangsunterricht im Rahmen der Bayrischen Singakademie bei Hartmut Elbert. Seit Herbst 2000 studiert er an der Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg, Abteilung Augsburg bei Jan Hammar. Er belegte Meisterkurse bei Margret Baker-Genovesi und Rudolf Jansen, sowie eine Oratorienklasse bei James Taylor. Seit 2002 ist er Ensemblemitglied am Freien Landestheater Bayern. Sein Repertoire an geistlicher Musik erstreckt sich von C. Monteverdis Marienvesper über Bachs Oratorien bis zu Werken des 20. und 21. Jahrhunderts; er hat Konzertverpflichtungen u. a. bei Enoch zu Guttenberg. 2003 erhielt er ein Stipendium des Richard Wagner Verbands. 2004 gewann er den 1. Preis (Walter-Wiedemann Preis) beim Gesangswettbewerb der Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg.

Hermann Oswald
Der Tenor Hermann Oswald sang als Kind schon im Tölzer Knabenchor, schloss jedoch zunächst ein Studium der Landwirtschaft ab. Er entdeckte seine sängerische Leidenschaft wieder und fand 1992 den Einstieg in eine erfolgreiche Sängerlaufbahn. Seine Vorliebe für die Barockmusik führte zu einer deutlichen Ausrichtung seines solistischen Tätigkeitsbereiches im Konzertsowie Opernfach. Sehr schnell brachte ihn die intensive Zusammenarbeit mit den Dirigenten Howard Armann, Ivor Bolton und Thomas Hengelbrock in der Szene der Barockmusik weiter. Zahlreiche CD-Veröffentlichungen folgten in den kommenden Jahren. Neben einer ausgedehnten Konzerttätigkeit im gesamten europäischen Raum wurde Hermann Oswald als freier Opernsänger immer wieder von namhaften europäischen Opernhäusern, wie Berlin, München, Wien und zuletzt Straßburg, sowie zu bedeutenden Musikfestspielen (u. a. Bremen, Schwetzingen, Innsbruck, Potsdamm und Dresden) eingeladen. Seit jüngerer Zeit entdeckt Hermann Oswald seine Liebe zum Liedgesang. Eine Leidenschaft, die einen immer größeren Stellenwert in seiner Gesangstätigkeit einnimmt.

Thomas Hamberger
Der bei München lebende Bass-Bariton Thomas Hamberger studierte zunächst Maschinenbau, doch zeichnete sich sein Weg als Sänger bereits ab. Er begann seine private Gesangsausbildung bei Waldemar Wild, die er später bei Michael Felsenstein in Stimmbildung und Atemtechnik fortsetzte. Nach dem Ingenieurdiplom wurde er zunächst Mitglied im Konzertchor des Bayerischen Rundfunks, wo er reiche Erfahrungen unter großen Dirigenten wie Bernstein, Maazel, Muti, Sawallisch, Solti, Abbado, Davis u. a. sammeln konnte. Thomas Hamberger konnte sich erfolgreich als Solist überwiegend im Oratorien- und Liedgesang etablieren, was seine häufigen Engagements in München, ganz Deutschland, Österreich, Italien, Schweiz und Frankreich ebenso zeigen wie Einladungen zu internationalen Musikfestivals. Zu seinem breitgefächerten Repertoire zählen inzwischen nahezu alle bekannten Oratorien und Kantaten von Bach, Mozart, Händel, Haydn, Mendelssohn, Franck, Martin u. a.; daneben pflegt er den Liedgesang. Dazu kommt sein Engagement für die Moderne. Seine Freude an „Alter Musik“ führt zu häu- figer Zusammenarbeit mit entsprechenden Ensembles wie z. B. „La Banda“, dem orpheus- chor oder dem „Hassler-Consort“. Rundfunk- und CD-Produktionen runden sein Wirken ab.

Geistliche Musik am Münchner Hof Johann Kaspar Kerll und Agostino Steffani
Die Werke der beiden Münchner Komponisten Johann Kaspar Kerll (1627–1693) und Agostino Steffani (1674–1728) lassen die hohe musikalische Kultur am Münchner Hof in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts erlebbar werden. Johann Kaspar Kerll, geboren im Vogtland, hatte seine Ausbildung bei Valentini in Wien sowie bei Carissimi und Frescobaldi in Rom erhalten; hier war er auch zum katholischen Glauben übergetreten. Seine Münchner Berufslaufbahn begann, als er 1656 in den Dienst von Kurfürst Ferdinand Maria trat. Als Hofkapellmeister brachte er die einst unter Orlando di Lasso so berühmte, danach aber bedeutungslos gewordene Münchner Hofkapelle wieder zu neuer Blüte. Mit Kerll erlangte erstmals ein deutscher Musiker im bisher von italienischen Einflüssen geprägten Musikleben Münchens maßgeblichen Einfluss. Die Zeitgenossen wussten vor allem seine Opernkompositionen zu schätzen, doch schrieb Kerll auch zahlreiche geistliche Werke sowie Orgelmusik. 1658 war Kerll anlässlich der Kaiserkrönung Leopolds I., für die er die Krönungsmesse komponierte, in Frankfurt am Main; auch später hielt er engen Kontakt zum Kaiserhof, was ihm 1664 den Adelstitel eintrug. 1673 gab Kerll sein Münchner Amt auf und ging nach Wien, wo er bis 1677 wohl Organist am Stephansdom und dann Hoforganist war. 1684 kehrte Kerll wieder nach München zurück. Kerlls sämtliche Opern und ein großer Teil seiner Vokalwerke sind verlorengegangen. Erhalten sind nur dreizehn Messen und zwei Totenmessen. Die Tatsache, dass seine auftragsgebundenen Messen bereits 1689 im Druck erschienen, weist auf die besondere Wertschätzung seiner Kompositionen durch die Zeitgenossen hin. Die 1669 entstandene Missa nigra trägt ihren Namen, weil sie durchweg in sogenannter „schwarzer Notation“ geschrieben wurde. Die um 1600 sich ergebenden Veränderungen in der Musik hatten naturgemäß auch Auswirkungen auf die Notenschrift. Die seit dem 15. Jahrhundert übliche weiße Mensuralnotation, bei der die Notenkörper nur durch Linien begrenzt waren, wurde allmählich zugunsten der bis heute üblichen Notenschrift mit Taktnotation aufgegeben. Dadurch ergab sich ein neues, ungewohntes Notenbild, das etwa in Achtel-Läufen besonders „schwarz“ erschien. Die ebenfalls 1669 komponierte Sammlung geistlicher Konzerte Delectus sacrarum Cantionum widmete Kerll dem bayerischen Kurfürsten Ferdinand Maria. Die in Struktur, Metrum und Tempo sehr unterschiedlichen Motetten erinnern an die Kleinen Geistlichen Konzerte von Heinrich Schütz.

Vom Institut für Bayerische Musikgeschichte unter der Leitung von Dr. Stefan Hörner wurde uns freundlicherweise die Notenvorlage des Motettenzyklus Delectus Sacrarum Cantionum zur Verfügung gestellt. Die Instrumentierung der Motetten und die Aufteilung nach solistischen und chorischen Abschnitten hat Gerd Guglhör entsprechend der von Johann Kaspar Kerll anhand der Messe vorgegebenen Instrumentierung und Einteilung eingerichtet.

Der aus dem Veneto stammende Agostino Steffani hatte als Chorknabe an San Marco in Venedig wegen seiner schönen Stimme die Aufmerksamkeit eines Höflings von Kurfürst Ferdinand Maria erregt. Er nahm den Knaben an den Münchner Hof mit, wo er, ergänzt durch einen Studienaufenthalt in Rom, eine fundierte musikalische Ausbildung erhielt. Steffanis Kompositionen, meist Opern und Kammerduette, errangen bald großes Ansehen. Vermutlich während seines Rom-Aufenthalts hatte Steffani auch Theologie studiert; 1680 wurde er zum Priester geweiht. 1688 verließ der Musiker München und wurde Kapellmeister am Hof von Herzog Ernst August in Hannover. Doch schon bald gab Steffani dort seine Tätigkeit als Komponist auf. Sein geistlicher Stand, gute Beziehungen zum bayerischen Hof und seine diplomatische Begabung machten ihn zu einem geeigneten diplomatischen 358-Kerl-B_v1.1ausg 16-17 22.10.2004 14:02:08 Uhr Vertreter der hannoverschen Interessen. 1695–1702 war Steffani als hannoverscher Gesandter am Hofe Max Emanuels von Bayern in Brüssel tätig. 1703–1706 stieg er im Dienst von Kurfürst Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg zum Regierungspräsidenten auf. 1706 wurde Steffani zum Titularbischof von Spiga, 1709 zum Apostolischen Vikar des Vikariates für Ober- und Niedersachsen ernannt. Während Steffani als Diplomat und Geistlicher zahlreiche Rückschläge seiner Arbeit hinnehmen musste, war er als Musiker erfolgreicher. Kurz vor seinem Tod im Jahr 1728 wählte die Academy of Vocal Music in London Agostino Steffani zu ihrem Präsidenten.

Die 9-stimmige Psalmvertonung Laudate Pueri wurde von Steffani im November 1673 in Rom komponiert in der Form eines geistlichen Konzertes für zwei Chöre und Orgel. Sie ist autograph in einem Sammelband im Fitzwilliam Museum, Cambridge (UK), erhalten und wurde von Christoph Hammer ediert.

Brigitte Huber, Gerd Guglhör



CD 1

Johann Kaspar Kerll (1627–1693)
Missa Nigra for soli, choir and orchestra
1  Sonata – Kyrie  04:15  
2  Gloria  08:05  
3  Credo  09:58  
4  Sanctus – Benedictus  03:34  
5  Agnus Dei  04:49  

Excerpts from Delectus Sacrarum Cantionum
6  Plorate, ululate mortales  05:20  
7  Alma redemptoris mater  03:55  
8  Salve Regina
(Solo for 2 tenors and continuo)
  04:52  
9  Ave Regina Coelorum  02:34  
10  Age plaude, mens devota  04:03  
11  Exultate corda devota
(Solo for 2 sopranos, tenor and continuo)
  06:24  
12  Cantate laudes Mariae  05:43  

Agostino Steffani (1654 –1728)
13  Laudate Pueri  09:31  

total 74 : 36
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